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Thurgau

Unter 10 Fälle am Tag: Trotzdem arbeiten täglich 25 Contact Tracer

Géraldine Bohne, 13. Juli 2021, 16:24 Uhr
Weil die Corona-Fallzahlen derzeit um einiges tiefer liegen als noch im Frühling, wurden im Kanton Aargau diverse Stellen im Contact Tracing abgebaut. In der Ostschweiz ist ein solcher Schritt nicht geplant. Im Thurgau arbeiten die Tracer trotz tiefer Fallzahlen mit normaler Besetzung.
Bei den Contact Tracings gibt es derzeit nicht viel zu tun. (Symbolbild)
© Keystone

Wegen der tiefen Fallzahlen gibt es für die Contact Tracings derzeit nur wenig Arbeit. Täglich werden schweizweit ein paar hundert Coronafälle gemeldet, in den Kantonen sind es teilweise einstellige Zahlen. Im Kanton Aargau wurde deshalb beschlossen, das Contact Tracing um rund 80 Stellen zu reduzieren. In Zukunft wird somit ein deutlich kleineres Team, als das heutige mit 140 Mitarbeitenden, im Einsatz stehen.

50 Contact Tracer im Kanton Thurgau im Einsatz

Im Thurgau ist kein Stellenabbau beim Contact Tracing geplant, wie der Kanton gegenüber FM1Today mitteilt. Rund 50 Mitarbeitende sind derzeit angestellt, täglich arbeiten 25 Personen in zwei Schichten – das sind so viele wie während der zweiten Welle im Frühling. Damals wurden mit den 25 Contact Tracern täglich rund 50 Fälle bearbeitet, teilweise fast 100. Heute sind es meist unter 10 Fälle am Tag.

Der Kanton selbst gesteht, dass die Arbeitslast im Contact Tracing gering ist. Die Angestellten würden deshalb auch bei der Bearbeitung von Anfragen zu Covid-Zertifikaten und deren Ausstellung mithelfen. «So kann die Auslastung ausgeglichen werden», schreibt der Kanton.

Mehrere hunderttausend Franken Kosten

Wie eine früherer Recherche von FM1Today zeigt, fallen mit dem Einsatz der Contact Tracer hohe Kosten für den Steuerzahler an. Mehrere hunderttausend Franken kostet das Nachverfolgen der Corona-Fälle monatlich. Dies unter anderem auch, weil im Kanton Thurgau hohe Löhne ausbezahlt werden. So sollen den Contact Tracern in der Vergangenheit dank hoher Wochenendzuschläge Löhne von bis zu 10'000 Franken im Monat ausbezahlt worden sein (FM1Today berichtete).

Auch in St.Gallen und Graubünden kein Abbau

Auch im Kanton St.Gallen ist kein Stellenabbau geplant, wie der Kanton auf Anfrage schreibt. Jedoch werde die Anzahl Personen beim Contact Tracing den Fallzahlen angepasst. Im Kanton St.Gallen ist die Auslastung des Contact Tracings derzeit gering, weshalb man mit einem kleineren Team arbeite. Aktuell werden durchschnittlich etwa 30 Fälle am Tag bearbeitet, wie viele Personen im Einsatz stehen, kann der Kanton St.Gallen nicht beantworten. Würden die Fallzahlen wieder steigen, könnten aber ohne Probleme mehr Personen aufgeboten werden, heisst es.

Im Kanton Graubünden ist das Contact Tracing so aufgebaut, dass das Team den Fallzahlen angepasst werden kann. Deshalb müssen keine Stellen abgebaut werden. Rund 13 Contact Tracer stehen derzeit im Einsatz, wie der Kanton mitteilt. Die Arbeitslast lasse sich damit gut bewältigen. Bei tiefen Fallzahlen würden die Contact Tracer in anderen Bereich eingesetzt werden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Juli 2021 05:29
aktualisiert: 13. Juli 2021 16:24