Thurgau

Wie kommt die Playboy-Werbung ins Gemeindeblättli?

Angela Müller, 26. Februar 2021, 12:08 Uhr
Hoppla, diese Art Werbung erwartet man eigentlich nicht in einem Gemeindeblatt. Die Playboy-Werbung erschien in der Gachnanger «Tegelbach-Zytig».
© FM1Today
Veranstaltungskalender und Feuerwehrübungen: Was in Gachnang läuft, erfährt man im Gemeindeblatt «Tegelbach-Zytig». Neu auch online und anfänglich mit unpassender Playboy-Werbung. Der Gemeindepräsident liess den Fauxpas sofort beheben, doch ganz verschwunden ist er nicht.

Ziemlich unerwartet ploppt einem die Bannerwerbung mit den Playboy-Frauen in der «Tegelbach-Zytig» entgegen, wenn man sie online liest. Die Gemeinde Gachnang hat ihr Gemeindeblatt als Online-Ausgabe ins Netz gestellt und dabei mit einem Gratis-Anbieter zusammengearbeitet. Doch so richtig gratis gibt es nun mal nichts, ganz besonders nicht im Internet, das musste nun auch die Thurgauer Gemeinde feststellen.

Feuerwehrübungen und nackte Frauen

«Alles, was wir wollen, ist es, die Leute zu informieren», sagt Gemeindepräsident Roger Jung gegenüber FM1Today: Fledermausschutz in der Gemeinde oder aktuelle Feuerwehrübungen sind die Themen der letzten Gemeindeblatt-Ausgabe, doch seit die Zeitung im Netz ist, interessiert vor allem die Playboy-Werbung.

Problem behoben

Kaum hatte die Gemeinde das Missgeschick bemerkt, liess sie es beheben. Die Gemeinde hatte zur Herstellung ihrer Online-Ausgabe das Tool Yumpu verwendet, das in der Gratisversion Werbung aufschaltet, wie die «Thurgauer Zeitung» schreibt. Wer jetzt über die offizielle Gemeindeseite das Blatt öffnet, wird nicht mehr von sexy Playboy-Frauen überrascht.

Doch wer sich nicht die Mühe macht, die Ausgabe über die Gemeindeseiten-Navigation zu erreichen, scrollt auf der Suchmaschine weiter und erreicht die «Tegelbach-Zytig» auch über die Yumpu-Plattform. Hier weiterhin mit besagter Bannerwerbung.

Dem Gemeindepräsidenten ist es peinlich

«Wir haben leider keinen Einfluss auf die Suchmaschine», sagt Jung, dem die Playboy-Werbung merklich unangenehm ist und der überrascht ist, dass diese weiterhin im Zusammenhang mit seiner Gemeindezeitung zu sehen ist. Der kirchennahe Gemeindepräsident versichert: «Wir haben alles unternommen, was auf den normalen Kanälen möglich war.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Februar 2021 16:04
aktualisiert: 26. Februar 2021 12:08