Wilen hat nun endlich Asylsuchende

Lara Abderhalden, 13. Dezember 2017, 17:57 Uhr
Während andere Asylzentren an ihre Kapazitätsgrenzen stossen was Asylsuchende betrifft oder diese in der Gemeinde nicht willkommen sind, hatte Wilen ein anderes Problem: Die Gemeinde hatte eine Unterkunft, aber keine Flüchtlinge. Dieses Problem ist nun gelöst.

«Im Moment sind bei uns zwölf Asylsuchende untergebracht», sagt der Gemeindepräsident von Wilen, Kurt Enderli. Das sei erfreulich. Im September war die Asylunterkunft mit sieben Flüchtlingen noch unterbesetzt. Weil jeder unbesetzte Platz im schlimmsten Fall dem Steuerzahler ins Portemonnaie fällt, wurde aktiv nach Flüchtlingen gesucht. «Wir haben den Kanton gebeten, bei den Gemeinden einen Aufruf zu verteilen, dass wir noch Platz für Asylsuchende hätten», so Enderli.

«Es war wie eine Schulreise»

Die Suche war erfolgreich. Gleich mehrere Gemeinden sind auf Enderli zugekommen und haben Wilen ihre Asylsuchenden angeboten. «Es war nicht schwierig. Nachdem wir Kontakt zu den Gemeinden Thundorf und Rickenbach aufgenommen hatten, wurden die Asylsuchenden zu uns gebracht. Es war wie eine Art Schulreise.» In mehreren Wohncontainern, die die Gemeinde zu Asylunterkünften umfunktioniert hat, sind sie nun zu Hause.

Kurt Enderli, Gemeindepräsident Wilen (Bild: zVg)
Kurt Enderli, Gemeindepräsident Wilen (Bild: zVg)
© Kurt Enderli, Gemeindepräsident Wilen (Bild: zVg)

Dass der Aufruf der Gemeinde Wilen zu einem solchen Medienrummel führen würde, hätte Kurt Enderli nicht gedacht: «Es ist ein ganz normaler Prozess, dass Gemeinden Asylsuchende untereinander tauschen, häufig wird es einfach nicht so offiziell gemacht.» Dadurch, dass Wilen mit dem Aufruf an den Kanton gelangte, erhielten sie Beachtung.

Kapazität könnte erhöht werden

In der Gemeinde Wilen kommen die Asylsuchenden gut an. «Am Tag der offenen Tür gab es ausnahmslos positive Rückmeldungen. Die Leute verstehen, dass es eine vernünftige Lösung ist.»

Weitere Flüchtlinge werden vorübergehen nicht aufgenommen. Die Unterkunft würde aber Platz für ungefähr doppelt so viele Asylsuchende bieten: «Wir können die Zweierzimmer mit Doppelbett gut in Viererzimmer umwandeln», so Enderli. Die Kapazität könnte also weiter erhöht werden.

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 13. Dezember 2017 17:57
aktualisiert: 13. Dezember 2017 17:57