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Zehn kranke Katzen eingeschläfert

Laurien Gschwend, 2. April 2019, 16:18 Uhr
Nach der Räumung einer privaten Tierhaltung in Müllheim hat das Thurgauer Veterinäramt 18 Katzen beschlagnahmt. Zehn von ihnen mussten eingeschläfert werden – sie waren unheilbar krank.

Die Kantonspolizei Thurgau und das Veterinäramt haben am vergangenen Donnerstag ein Haus im Müllheim geräumt. Die Bewohnerin hatte Katzen, Hunde, Kaninchen, Hühner und Mäuse über längere Zeit unter prekären Verhältnissen gehalten. Die Tiere waren stark verwahrlost und vernachlässigt, unter anderen fanden die Beamten 21 tote Katzen in einem Kühlschrank mit Lebensmitteln (FM1Today berichtete).

Acht Tiere in Obhut

Bei der Räumung beschlagnahmte das Veterinäramt neben weiteren Tieren auch 18 Katzen. «Aufgrund des sehr schlechten Gesundheitszustandes und teils chronischer Erkrankungen mussten zehn Katzen euthanisiert werden», teilt der Kanton Thurgau am Dienstag mit. «Die acht weiteren Katzen befinden sich zur Abklärung in medizinischer Obhut und werden anschliessend, sofern ansteckende Krankheiten ausgeschlossen werden können, an geeignete Orte abgegeben.»

Wilde Katzen aus dem Ausland

Die zehn Katzen, die eingeschläfert wurden, litten unter unheilbaren Krankheiten oder waren schwer verhaltensgestört. Die meisten der 18 lebend angetroffenen Katzen stammen laut ihren Pässen aus dem Ausland – hauptsächlich aus Spanien oder Weissrussland.

Das Veterinäramt rät dringend davon ab, Tiere aus dem Ausland in die Schweiz zu holen. «Der Import von Katzen oder Hunden aus dem Ausland führt immer wieder zu Problemen.» Die Tiere seien häufig schlecht bis gar nicht sozialisiert, mit Krankheiten infiziert und hätten Mühe, sich an die Lebensbedingungen in der Schweiz anzupassen. In vielen Fällen handle es sich um wilde Katzen, die man nicht als Haustiere halten könne, schreibt der Kanton.

«Unmöglich, alle Häuser zu überwachen»

Nachdem die Müllheimer Tierhaltung geräumt worden war, wurde das Veterinäramt von Nachbarn dafür kritisiert, erst so spät gehandelt zu haben. Dazu sagte Kantonstierarzt Paul Witzig gegenüber FM1Today: «Es ist unmöglich, alle Häuser zu überwachen. (...) Wir haben uns damals entschieden, ihr nochmals eine Chance zu geben.» Die Erfahrung zeige allerdings, dass man in Zukunft radikaler durchgreifen müsse.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 2. April 2019 15:46
aktualisiert: 2. April 2019 16:18