Thurgauer in Sexismus-Plakat-Skandal verwickelt

Fabienne Engbers, 31. Mai 2019, 10:53 Uhr
Geschmackloses Transparent der Schaffhausen-Fans.
Geschmackloses Transparent der Schaffhausen-Fans.
© Facebook/Toja Rauch
Nach den Stadionverboten für drei Verantwortliche des frauenfeindlichen Plakats beim FC Schaffhausen hat die Kantonspolizei Zürich drei Männer verhaftet. Unter ihnen ist auch ein Mann, der im Thurgau wohnt.

In Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Schaffhausen und der Staatsanwaltschaft Winterthur hat die Kantonspolizei Zürich drei mutmassliche Täter festgenommen. Sie stehen im Verdacht, für das frauenfeindliche und zur Gewalt aufrufende Banner beim Spiel zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Winterthur mitverantwortlich zu sein. Zwei der festgenommenen Männer wohnen im Kanton Schaffhausen, einer im Kanton Thurgau. Sie sind zwischen 25 und 37 Jahre alt.

Hausdurchsuchungen und Befragungen durchgeführt

Bei allen Männern wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Ausserdem werden die Männer von der Staatsanwaltschaft befragt. «Ob die Haft über den heutigen Tag hinaus aufrechterhalten wird, muss die Staatsanwaltschaft entscheiden», sagt Rebecca Tilen, Mediensprecherin der Kantonspolizei Zürich. «Sollten die Männer heute wieder aus der Haft entlassen werden, werden das Verfahren und die Ermittlungen aber weitergeführt.» Wie auf dem Foto zu sehen ist, ist es ausserdem möglich, dass nebst den drei mutmasslichen Tätern weitere Personen involviert sind und auch gegen diese ermittelt wird.

Männern drohen bis zu drei Jahre Haft

Gegen die drei verhafteten Männer wird wegen «öffentlicher Aufforderung zu Verbrechen oder zur Gewalttätigkeit» gemäss Artikel 259 im Strafgesetzbuch ermittelt. Ihnen drohen bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe. «Die rechtliche Würdigung obliegt schlussendlich aber der Staatsanwaltschaft», sagt Rebecca Tilen.

Stadionverbote bereits ausgesprochen

Im Vorfeld hat die Swiss Football League Stadionverbote gegen drei Männer wegen des Plakats ausgesprochen. «Ob es sich dabei um die gleichen Personen handelt, kann nicht gesagt werden», sagt Tilen.

Das Verfahren der Swiss Football League gegen den FC Schaffhausen wurde am Montag eröffnet – bereits zwei Tage später konnten drei Personen identifiziert werden, die mit einem zweijährigen, schweizweiten Stadionverbot belegt wurden.

Schaffhauser Bierkurve entschuldigt sich

Auch die Schaffhauser Bierkurve, in welcher das Plakat hochgehalten wurde, entschuldigte sich für das Plakat via Facebook. Das Spruchband sollte nur eine Provokation sein. Sie versicherten anschliessend, dass in ihrer Kurve «absolut niemand frauenfeindlich oder gar gewalttätig ist».

So, hätme mol drüber gschlofä, sich nommol es paar Gedanke gmacht...Dass üses Spruchband uf extremi Art und Wiisä...

Gepostet von Bierkurve Schaffhausen am Sonntag, 26. Mai 2019

Fabienne Engbers
Quelle: red.
veröffentlicht: 31. Mai 2019 10:24
aktualisiert: 31. Mai 2019 10:53