Lehrpersonenmangel

«Tinder für Schulen»: Thurgauer entwickeln neue App

8. Februar 2022, 16:08 Uhr
Mit der Coronapandemie hat sich auch der Lehrpersonenmangel verstärkt. Dagegen wollen die Thurgauer Patrick Küng und Marc Bössow mit ihrer neuen Online-Plattform ankämpfen. Schulen und Lehrpersonen sollen damit einfacher und schneller in Kontakt kommen.
Der Lehrpersonenmangel hat sich während der Coronapandemie versärkt.
© Getty

«Lehrpersonenmangel herrscht schon lange. Seit der Corona-Pandemie hat dieser sich aber extrem verstärkt», sagt Marc Bössow, Co-Founder der Plattform «Sophis». Mit der neuen App wollen er und sein Mitgründer Patrick Küng diesem Problem entgegenwirken.

«Wie Tinder für Schulen»

Die App funktioniert folgendermassen: Schulen und Lehrpersonen können sich auf der Plattform anmelden. Beide Seiten erstellen ein Profil. Danach können sie sich gegenseitig kontaktieren. «Im Prinzip funktioniert es wie Tinder, einfach für Schulen», so Bössow. Ausgeschrieben werden können Festanstellungen, aber auch Aushilfsstellen.

Schulen und Lehrpersonen werden verifiziert

Die Schulen und auch die Lehrpersonen müssen sich vor der Freischaltung zertifizieren. Die Schulen werden durch die E-Mailadresse verifiziert und die Lehrpersonen müssen ein Diplom oder Nachweis einer Schule hochladen, wodurch sie freigeschaltet werden.

«Der Kontakt zwischen den Parteien kann direkt auf der App hergestellt werden. So braucht es keine Zwischeninstanzen, die den Bewerbungsprozess unnötig in die Länge ziehen», so Bössow. Diese schnelle Verbindung macht es besonders leicht, kurzfristig Aushilfen zu finden.

Von der Idee bis zur Lancierung dauerte es ein Jahr

«Auf die Idee gekommen sind wir, weil Patrick Küng persönlich mit der Problematik der Stellensuche für Lehrpersonen konfrontiert wurde. Er hatte grosse Schwierigkeiten, eine passende Stelle zu finden», so Bössow. Darauf haben sich der angehende Lehrer, der an der Pädagogischen Hochschule (PH) St.Gallen studiert, und der Informatiker zusammengetan, um etwas dagegen zu unternehmen.

Die beiden haben vor etwa einem Jahr begonnen, die Idee weiterzuentwickeln. «Im Januar 2022 durften wir dann mit unserer App live gehen», sagt Bössow. Die beiden Thurgauer haben die Plattform zu zweit in ihrer Freizeit aufgebaut.

Bereits in der ganzen Schweiz Anmeldungen

Die Plattform läuft seit einem Monat. «Mehr als 700 Lehrpersonen und etwa 150 Schulen sind bereits auf der App registriert», so Bössow. Vor allem in der Deutschschweiz, aber auch vereinzelt im Tessin und der Romandie finden sich angemeldete Personen und Schulen.

Erste Rückmeldungen erhalten

«Das Feedback ist bis jetzt durchaus positiv. Viele Leute schätzen den modernen Auftritt mit der App und die vereinfachte Stellensuche. Aber einige Schulen sehen auch keinen Nutzen in unserer Plattform, da sie bereits Stellvertreterlisten haben, die sie bei Bedarf kontaktieren können», sagt Bössow.

An der PH St.Gallen wird die Plattform empfohlen. «Die App ist für Schulen und Lehrpersonen nützlich. Sie unterstützt die Stellensuche und kann mögliche Passungen zwischen Schulen und Lehrpersonen optimal anzeigen», sagt Doreen Holtsch, Prorektorin Ausbildung der PH St.Gallen. Sie sieht in der Plattform eine spannende Alternative, die ergänzend zur klassischen Stellensuche genutzt werden kann.

(sgr)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 9. Februar 2022 08:21
aktualisiert: 9. Februar 2022 08:21
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