Toggenburger Bierprinzessin aus dem Thurgau?

Laurien Gschwend, 23. März 2017, 09:56 Uhr
Die Brauerei St.Johann ist auf der Suche nach der zweiten Toggenburger Bierprinzessin. Erst in einem zweiten Anlauf kamen elf Bewerberinnen zusammen, nur eine davon lebt im Toggenburg.

«Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Gewinnerin keine Toggenburgerin sein muss, sondern einfach jemand, der die Brauerei St.Johann vertreten und für unser Bier hinstehen möchte», sagt Christine Meyer, Geschäftsleiterin der Brauerei St.Johann, «es soll jemand sein, der Freude an uns hat».

Wurzeln oder Ferienwohnung im Toggenburg

Eine Verbindung zum Toggenburg sei natürlich trotzdem wünschenswert, so Meyer. «Eine solche haben die meisten Kandidatinnen, das freut uns sehr.» So hat Bewerberin Jlona Kopf aus Guntershausen im Thurgau ihre Wurzeln im Toggenburg, Irina Busch aus Frauenfeld erkundete schon als kleines Kind die Toggenburger Skipisten und die Eltern von Selina Oes, ebenfalls aus Frauenfeld, besitzen in Wildhaus eine Ferienwohnung.

Nur eine Toggenburger Kandidatin

Sechs der elf Kandidatinnen leben im Thurgau, weitere potenzielle Bierprinzessinnen kommen aus Gommiswald, Speicher, Steinerberg im Kanton Schwyz oder Räterschen in der Nähe von Winterthur. Zum Biertrinken sind einige der Frauen über Studentinnenverbindungen gekommen. Nur eine Bewerberin lebt tatsächlich im Toggenburg, nämlich Manuela Lusti aus Ennetbühl oberhalb Nesslau.

Die 24-Jährige wohnt auf dem Bauernhof der Eltern, hat eine Lehre zur Malerin absolviert und arbeitet jeweils im Winter im Skigebiet Wildhaus. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich unter den Bewerberinnen die einzige Toggenburgerin bin», sagt sie, «ich fühle mich geehrt».

«Cool, dass doch noch jemand aus dem Toggenburg kommt»

Ihr Umfeld freut sich über ihre Kandidatur: «Ich höre von vielen Leuten, es sei cool, dass doch noch jemand aus dem Toggenburg dabei sei.» Eine Freundin arbeite bei der Brauerei St.Johann und habe sie dazu ermutigt, mitzumachen. «Schon vor zwei Jahren, als es die Wahl zum ersten Mal gab, dachte ich, das wäre etwas für mich.» In diesem Jahr habe sie sich auf den letzten Drücker zum Bierprinzessinen-Contest angemeldet.

Es sei schwierig, die eigenen Chancen abzuschätzen, sagt Manuela Lusti, schliesslich kenne sie ihre Konkurrenz nicht. Sie habe ihr Umfeld mobilisiert, für sie abzustimmen. Ohne Facebook-Konto sei das etwas schwieriger, aber ihre Schwester habe den Link auf dem sozialen Netzwerk geteilt. Weshalb genau Manuela Lusti die ideale Bierprinzessin ist? «Ich komme aus dem Toggenburg, mag Bier sehr gerne und fühle mich mit der Brauerei verbunden», sagt die Malerin.

Amtierende Prinzessin wünscht sich einheimische Nachfolgerin

Die 23-jährige Michelle Porchet aus Wattwil, die amtierende Toggenburger Bierprinzessin, würde es begrüssen, wenn ihre Nachfolgerin ebenfalls eine Einheimische wäre. «Ich finde es wichtig, dass die Bierprinzessin aus der Region kommt. An den Messen und Events wurde ich oft gefragt, wo ich herkomme.»

Zehn Finalistinnen an Wahlnacht

Bis zum 10. April kann man im Online-Voting für seine liebste Kandidatin abstimmen. Jene zehn Bierliebhaberinnen mit den meisten Stimmen dürfen das Publikum an der Wahlnacht vom 6. Mai von ihrer Liebe zum Toggenburger Bier überzeugen. «Ich wünsche mir, dass jene Frau gewinnt, die unsere Brauerei am besten vertritt», sagt Christine Meyer. Eine persönliche Favoritin habe sie nicht, zumal sie die Kandidatinnen bisher erst über das Internet kennengelernt habe.

Nicht letzte Wahl der Bierprinzessin

Die Gewinnerin dieses Jahres ist gemäss Meyer wahrscheinlich nicht die letzte Bierprinzessin: «So, wie es im Moment aussieht, kann ich mir gut vorstellen, die Wahl auch in zwei Jahren wieder zu veranstalten.» Die Bedingung dafür sei, dass «die Freude an der Sache nach wie vor da ist».

Die Bewerbungsfrist musste in diesem Jahr um zwei Wochen verlängert werden, weil sich zur ersten Frist zu wenige Kandidatinnen gemeldet hatten. «Ich glaube, das liegt daran, dass unsere Wahl noch wenig bekannt ist. Ausserdem ist es ein grosser Schritt, sich wählen zu lassen, das macht nicht jede Frau gerne.»

Bilder der elf Kandidatinnen gibt's in der Galerie. 

Laurien Gschwend
veröffentlicht: 23. März 2017 09:56
aktualisiert: 23. März 2017 09:56