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Unter Drogeneinfluss gefahren - sechs Jahre Haft

Stefanie Rohner, 3. April 2019, 18:44 Uhr
Bekifft und viel zu schnell unterwegs: Ein 41-Jähriger stand in Graubünden vor Gericht, weil er unter Drogeneinfluss Auto fuhr und bei einem Überholmannöver in eine Rollerfahrerin krachte. Die 26-Jährige starb beim Unfall. Nun steht das Urteil fest: Er muss sechs Jahre ins Gefängnis.

Eine unbedingte Haftstrafe von sechs Jahren, eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 90 Franken und eine Busse von 300 Franken - so lautet das Urteil für den 41-jährigen Mann, der unter Drogeneinfluss eine Rollerfahrerin tötete. Sein Verteidiger plädierte auf 16 Monate bedingt. Es handle sich nicht um eine eventualvorsätzliche Tötung, sondern um eine fahrlässige.

Der Unfall ereignete sich am 18. Januar 2017, frühmorgens um sechs Uhr: Es war dunkel und minus zwölf Grad. Sichtweite mit Abblendlicht: 50 Meter. Ein 41-jähriger, in der Schweiz aufgewachsener, Italiener war mit seinem Audi in Richtung Domat/Ems unterwegs.

Abends zuvor hat er Marihuana geraucht, fühlte sich aber fahrtüchtig. Nach dem Kreisel Felsenberg überholte er ein Auto und erreichte ein Tempo von 115 km/h. Beim Kreisel Plarenga bemerkte er Lichter, die ihm entgegenkamen.

Auf der Unfallstelle gestorben

Dennoch überholte er ein weiteres Auto. Noch nicht ganz an diesem vorbei, stiess er mit der entgegenkommenden 26-jährigen Rollerfahrerin zusammen. Die junge Frau war mit einer korrekten Geschwindigkeit von 30 bis 65 km/h unterwegs. Beim Zusammenprall schleuderte sie entgegen ihrer Fahrtrichtung 43 Meter auf die Strasse. Sie starb noch auf der Unfallstelle – trotz Helm und Schutzbekleidung.

Fahrer raucht kein Marihuana mehr

In der Untersuchung wurde eine THC-Konzentration von 4,5 Mikrogramm pro Liter im Blut des 41-Jährigen festgestellt. Das ist dreimal so hoch wie die kritische Grenze von 1,5 Mikrogramm. Der Gerichtsvorsitzende sagte in der mündlichen Urteilsbegründung, der 41-Jährige sei als «Gewohnheitskiffer» zu betrachten und an jenem Tag «schlicht fahrunfähig» gewesen. Er habe mit seinem Auto zu einem «Blindflug angesetzt».

Im Prozess gestand er den regelmässigen Konsum von Marihuana, betonte aber, dass er sich fahrtüchtig gefühlt habe, schreibt die Südostschweiz. Er sagte, es tue ihm leid und dass er den Unfall ungeschehen machen wolle. Der Angeklagte sagte zudem, er werde nie mehr Auto fahren und habe seit dem Unfall aufgehört, Marihuana zu rauchen.

Stefanie Rohner
Quelle: SDA/red.
veröffentlicht: 3. April 2019 17:38
aktualisiert: 3. April 2019 18:44