Urteil spaltet die Gemeinde

Fabienne Engbers, 10. August 2017, 22:09 Uhr
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Der ehemalige Gemeindepräsident von Berneck wurde am Mittwoch wegen Pädophilie verurteilt. Der Mann muss jedoch nicht hinter Gitter, er wird zu einer Therapie verurteilt. Nicht alle Bernecker können dieses aus ihrer Sicht milde Urteil verstehen.

Der ehemalige Gemeindepräsident wird weiterhin bei seiner Frau und seinen zwei Töchtern wohnen, ab September beginnt er einen neuen Job. Im Dorf ist der Tumult gross. Einige ärgern sich über das Urteil des Kreisgerichtes.

«Die Straftat sollte härter bestraft werden. Wenn man zu schnell mit dem Auto unterwegs ist, wird man schon fast härter bestraft», findet Andi Walt, der in Berneck zur Schule ging. «Ich denke, er muss das Ganze mit seinem Gewissen vereinbaren. Für seine Seele ist es wahrscheinlich schon schlimm genug», sagt Annemarie Fischer. Die Meinungen gehen sichtlich auseinander.

Rechtspsychologin Monika Egli therapiert Menschen, die verurteilt wurden. Das Urteil ist ihrer Meinung nach nicht besonders mild. «Ich kann nachvollziehen, dass Menschen das Urteil als mild empfinden. Der Mann ist aber nicht vorbestraft und gilt als Ersttäter», erklärt sie die Höhe der Strafe. Aus eigener Erfahrung weiss sie jedoch, dass das Rückfallrisiko bei Pädophilie sehr hoch ist.


Fabienne Engbers
Quelle: red
veröffentlicht: 10. August 2017 21:45
aktualisiert: 10. August 2017 22:09