Ostschweiz

Vandalenakte in Oberuzwil – «So kann es nicht weiter gehen»

Stefanie Rohner, 2. September 2020, 17:11 Uhr
Die frisch renovierte Primarschulanlage Breite in Oberuzwil wurde im Sommer mehrmals von Vandalen heimgesucht. Und nicht nur das: es wurden auch Spielgeräte manipuliert. Die Vandalen sollen jetzt zur Rechenschaft gezogen werden – die Gemeinde zahlt 1000 Franken Belohnung für Hinweise auf die Täterschaft.

«Das ist völlig unverständlich. Beim Spielplatz-Turm haben Unbekannte Schrauben gelockert, was zu gefährlichen Unfällen führen kann. Der Hauswart muss die Spielanlage deshalb regelmässsig prüfen. Es kann nicht sein, dass sich Kinder verletzen oder die Anlage nicht nutzen können, weil gewisse Leute nichts studieren», sagt der Oberuzwiler Gemeindepräsident Cornel Egger gegenüber FM1Today.

«Dafür braucht es massive Gewalt»

Nebst manipuliertem Spielturm wurde ein Wasserhahn ausgerissen, Rolläden arg verbogen und ein Treppengeländer wurde derart stark verbogen, dass es sich aus der Verankerung gelöst hat. «Ein weiteres Geländer wurde komplett ausgerissen. Dafür braucht es massive Gewaltanwendung. Ich kann das nicht nachvollziehen», sagt Egger. Die Reparturkosten belaufen sich für die Gemeinde auf 8000 bis 10'000 Franken.

Bislang konnte nicht geklärt werden, wer für die Sachbeschädigungen verantwortlich ist. Dies, obwohl die Gemeinde 1000 Franken Belohnung ausgesetzt hat für jene Person, die meldet, wer es war. Bis anhin ohne Erfolg.

Littering hat masssiv zugenommen

Der Gemeindepräsident denkt nicht, dass die vermehrten Vandalenakte mit der Corona-Situation zusammenhängt. «Das gab es in einzelnen Jahren immer wieder, dann folgen aber meist wieder zwei bis drei ruhige Jahre», sagt Egger.

Im Gegensatz zum Littering, das hat seit März massiv zugenommen. «Zu Beginn der Coronazeit war es sehr extrem. Wir haben für die Schulanlagen einige Arealverbote ausgesprochen. Dann wurde es besser. Seit diese aber wieder aufgehoben wurden, ist das Littering wieder zu einem massiven Problem geworden», sagt Egger.

Die Gemeinde kläre derzeit mit der Polizei das weitere Vorgehen ab, In der Gemeinde denkt man darüber nach, Orte mit einer Videoüberwachung auszustatten. Denn offenbar werden Benutzer von Sportanlagen verbal massiv von Minderjährigen angegangen.  "So wie jetzt geht es nicht weiter», sagt Egger.

«Das ist absolut pietätlos»

Die Hotspots in der Gemeinde, wo Jugendliche Zeit verbringen und wo Littering an der Tagesordnung ist, sind die drei Schulanlagen aber auch der Friedhof und die Leichenhalle. «Es ist gegenüber Angehörigen, die dort das Grab besuchen wollen, absolut pietätlos, wenn Abfall herumliegt. Es kann nicht sein, dass auf dem Friedhof Scherben und leere Pizzakartons herumliegen», sagt Egger. Er hofft, dass die Sachbeschädigung auf dem Schulareal aufgeklärt und das Littering abnehmen wird.

Anderenorts keinen Anstieg von Vandalismus

Alles in allem kann gesagt werden – zumindest was den Kanton St.Gallen betrifft – gab es keinen massiven Anstieg von Vandaleakten während der Coronazeit, wenn dann höchstens in einzelnen Gemeinden. Bei der Kantonspolizei St.Gallen heisst es, sie habe gleich viele Sachbeschädigungen festgestellt wie im vergangenen Jahr im selben Zeitraum. «Von März bis Mai sind die Zahlen dieses Jahr vergleichbar mit den letztjährigen», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei.

Auch in den Städten Wil und Arbon haben Sachbeschädigungen nicht zugenommen. Das bestätigen Cristina Roduner, Kommunikationsverantwortliche der Stadt Wil und Peter Wenk, Leiter Abteilung Einwohner und Sicherheit in Arbon.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. September 2020 05:51
aktualisiert: 2. September 2020 17:11