Verletzter Luchs in Gais erlegt

Stephanie Martina, 10. April 2018, 13:14 Uhr
In Gais musste ein verletzter Luchs erlöst werden.
In Gais musste ein verletzter Luchs erlöst werden.
© Tagblatt/Urs Bucher (Symbolbild)
Die kantonale Wildhut von Appenzell Ausserrhoden musste am Sonntag in Gais einen verletzten Luchs erlösen. Das Tier war am Vorderlauf verletzt und zeigte keine Fluchtreaktionen mehr.

Am Sonntagvormittag meldeten Bewohner einer Liegenschaft am Dorfrand von Gais der Einsatzzentrale der Kantonspolizei einen kranken Luchs. Die kantonale Wildhut fand daraufhin das Tier, welches keine Fluchtreaktion mehr zeigte und sich atypisch verhielt. Das ausgewachsene Tier hatte sich in einem Holzschopf verkrochen. Es war abgemagert und hatte an der linken Vorderpfote eine offensichtliche Verletzung und Reste einer Fangschlinge. Wie die Kantonskanzlei Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung schreibt, musste der Luchs erlöst werden.

Luchs hätte umgesiedelt werden sollen

Im Rahmen der jagdpolizeilichen Untersuchung stellte sich heraus, dass der Luchs Mitte März bei einem Fang der St.Galler Jagdbehörde für ein internationales Umsiedlungsprojekt entwichen war. Wegen eines Konstruktionsfehlers funktionierte die Fangeinrichtung nicht zuverlässig. Trotz intensivem Nachsuchen mit spezialisierten Hunden konnte das Tier vom St.Gallischer Fangteam bis jetzt nicht aufgefunden werden. Offenbar hatte sich der Luchs bei der Flucht aber derart unglücklich verletzt, dass er nicht mehr richtig jagen konnte und deshalb erlegt werden musste.

Zurzeit laufen weitere Ermittlungen zur Abklärung der genauen Umstände. Das Tier wird am Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin FIWI in Bern pathologisch untersucht.

Luchs-Wiederansiedlungsprojekte

Die Schweiz beteiligt sich seit 2013 an Luchs-Wiederansiedlungsprojekten im benachbarten Ausland, in Italien, Österreich oder in Deutschland, um den Aufbau neuer Populationen in den Nachbarstaaten zu unterstützen und die Vernetzung zu fördern. Die Wiederansiedlung des Luchses in der Schweiz ist geglückt. Damit der Luchs aber in Europa längerfristig erhalten bleibt, braucht es eine weitere Ausbreitung der heutigen Bestände und eine länderübergreifende Kooperation. Daher werden seit einigen Jahren Luchse in der Schweiz eingefangen und umgesiedelt.

Stephanie Martina
Quelle: red.
veröffentlicht: 10. April 2018 13:13
aktualisiert: 10. April 2018 13:14