Werdenberg

«Vor den Kopf gestossen» – Kündigung von Jugendarbeiter stösst auf Widerstand

27. Februar 2021, 16:21 Uhr
Markus Büchel war ein beliebter Jugendarbeiter in Werdenberg.
© Tagblatt (Archiv)
Die Sozialen Dienste Werdenberg haben innerhalb von drei Monaten zwei langjährigen Geschäftsleitungsmitgliedern gekündigt. Einer davon ist der in der Region bekannte Jugendarbeiter Markus Büchel. In den Sozialen Medien ist die Entrüstung gross, Jugendliche und Vereine sammeln nun Unterschriften gegen die Kündigung.

Viele könne es kaum fassen: Dem Werdenberger Sozialarbeiter Markus Büchel wurde fristlos gekündigt. Auf Facebook ist die Empörung gross und der Fall wird heftig diskutiert: «Wir sind betroffen und irritiert», «wir sind vor den Kopf gestossen» oder «das ist Rufmord» sind nur einige der empörten Kommentare.

Bereits haben Jugendliche angekündigt auf der Strasse Unterschriften für eine Petition zu sammeln und so dafür zu sorgen, dass Markus Büchel wieder arbeiten kann. «Auch Vereine und Organisationen sammeln Unterschriften», sagt ein Lesereporter. «Die Solidarität ist riesig.»

Kündigungsgründe betreffen Persönlichkeitsschutz

Büchel gilt als Urgestein in der Jugendarbeit im Raum Werdenberg und Buchs, er war Abteilungsleiter des Kompetenzzentrums Jugend KOJ der Sozialen Dienste Werdenberg (SDW). Diesen Juni hätte er sein 20-Jahr-Arbeitsjubiläum feiern können, wie die «Werdenberger&Obertoggenburg Nachrichten» schreiben.

Doch letzte Woche wurde Büchel überraschend gekündigt. Nicht nur das: Er wurde per sofort freigestellt. Dieses Vorgehen hinterlässt ein grosses Fragezeichen. «Dem Mitarbeiter wurden die Hintergründe in einem Gespräch mitgeteilt. Wegen des Persönlichkeitsschutzes können wir zu den konkreten Gründen der Kündigung keine detaillierten Angaben machen, sagte Eduard Neuhaus, Präsident der SDW, zu «W&O».

«Ich konnte mich nicht verabschieden»

Doch auch Büchel scheint keine Antwort auf die Frage zu haben, weshalb ihm gekündigt wurde: Seine schriftliche Kündigung sei nicht begründet. Er habe sich in den 20 Jahren nie etwas zuschulden kommen lassen. «Für mich ist dieser Abgang tragisch, ich konnte mich nicht verabschieden», sagte er. Die Stelle des Abteilungsleiters des KOJ soll wieder wie bisher als Teilzeitstelle ausgeschrieben werden.

Büchel ist nicht das erste GL-Mitglied, dem dies widerfahren ist, seit die Sozialen Dienste Werdenberg eine neue Geschäftsleiterin haben. Alexandra Baumgarnter hatte im Juni vergangenen Jahres die Leitung übernommen. Im Dezember wurde der Abteilungsleiterin der Zentralen Dienste gekündigt, sie hatte zuvor über 17 Jahre beim SDW gearbeitet. Ihr Abgang hatte aber bei Weiten nicht so hohe Wellen geschlagen wie jener des beliebten Jugendarbeiters.

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Februar 2021 16:17
aktualisiert: 27. Februar 2021 16:21