Vor der Ostschweizer Expo soll investiert werden

René Rödiger, 4. September 2015, 15:18 Uhr
Landammann Marianne Koller-Bohl (AR), die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag und der St.Galler Regierungsrat Beni Würth bei der Präsentation der Pläne für die Expo 2027.
Landammann Marianne Koller-Bohl (AR), die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag und der St.Galler Regierungsrat Beni Würth bei der Präsentation der Pläne für die Expo 2027.
© Keystone/Eddy Risch
Nach jahrelangem Sparkurs stehen im Kanton St. Gallen wieder Investitionen an: Für die Expo 2027, für das Klanghaus im Toggenburg, für ein Medizinstudium und eine Architekturausbildung. In den kommenden beiden Sessionen wird sich zeigen, ob der Kantonsrat mitmacht.

Nur auf den ersten Blick ist der Kredit von 19,3 Mio. Franken für das geplante Klanghaus am Schwendisee der finanziell grösste Brocken auf der Liste der Investitionen, über die der Kantonsrat in den kommenden Monaten entscheiden wird.

Das weitaus teurere Projekt dürfte letztlich die Beteiligung des Kantons an der Expo 2027 werden. In der Septembersession steht aber vorerst nur ein Projektierungskredit in der Höhe von fünf Millionen Franken zur Debatte. Die vorberatenden Kommission unterstützt die Vorlage.

Weichenstellung im Thurgau

Voraussichtlich 2018 werde dann die Bevölkerung über die Fortsetzung der Arbeiten abstimmen können, kündigte die St. Galler Regierung an. Noch früher könnte allerdings eine Volksabstimmung im Kanton Thurgau über einen Projektierungskredit in der Höhe von drei Millionen Franken die Zukunft der Expo 2027 in der Ostschweiz entscheiden.

Im Kanton St. Gallen soll allerdings nicht nur in eine Landesausstellung investiert werden - sondern auch in Ausbildungen: In den kommenden Wochen könnte ein erster Vorentscheid über ein geplantes Medizinstudium im Kanton St. Gallen fallen. Dieses Projekt wurde im April lanciert und soll rasch vorangetrieben werden.

Vorgesehen ist, dass die Regierung noch diesen Herbst beim Bundesrat nachfragen wird, ob ein Medizinstudium in St. Gallen auf Unterstützung stossen würde. Erst bei einem Ja würde eine Vorlage an den Kantonsrat ausgearbeitet. Nach dem Fahrplan könnte dies 2016 der Fall sein.

Architekturausbildung wieder in St. Gallen

Bereits in der kommenden Septembersession fällt hingegen der Entscheid über ein anderes neues Ausbildungsangebot: Ein Architekturstudium in St. Gallen mit bis zu 80 Plätzen.

2004 war diese Studienrichtung in St. Gallen aufgegeben worden. Seither ist Winterthur der nächstgelegene Ausbildungsort. Viele Fachkräfte wanderten in Richtung Zürich ab, stellte die St. Galler Regierung fest. In der Ostschweiz gebe es einen Mangel an Architektinnen und Architekten.

Ein eigener Studiengang würde jährlich rund 1,2 Mio. Franken kosten. Effektiv betrügen die Mehrausgaben allerdings nur rund die Hälfte, weil der Kanton bisher Beiträge an ausserkantonale Ausbildungen ausrichteten musste, rechnete die Regierung vor. Die Vorlage wird in der Septembersession behandelt. Die Mehrheit der vorberatenden Kommission unterstützt das Vorhaben.

Private Gelder für das Klanghaus

In der Novembersession folgt dann die Beratung über das Klanghaus im Toggenburg. Insgesamt betragen die Kosten 24,3 Mio. Franken. Der kantonale Beitrag, über den zuerst der Kantonsrat und danach auch noch das Volk entscheiden muss, liegt bei 19,3 Mio. Franken. Weitere fünf Millionen Franken sollen private Gönner und Stiftungen beisteuern.

Das mit Holz aus dem Toggenburg geplante Klanghaus solle mit seiner einzigartigen Akustik "zum musikalischen und architektonischen Zentrum für Naturtonmusik werden", hiess in der Vorlage der St. Galler Regierung.

René Rödiger
Quelle: sda
veröffentlicht: 4. September 2015 15:18
aktualisiert: 4. September 2015 15:18