«Waren es die gleichen Rammbock-Räuber?»

Raphael Rohner, 7. Januar 2018, 08:13 Uhr
Nach dem Rammbock-Einbruch in eine Oberuzwiler Bijouterie ist die Ladenbesitzerin fassungslos. Sie glaubt nicht an einen Zufall und ist den Tränen nahe. Die frappante Ähnlichkeit der Raubüberfälle ist unübersehbar. Auch gab es in Zürich erst kürzlich einen ähnlichen Fall.

Schmuck und Uhren im Wert von mehreren zehntausend Franken erbeuteten Unbekannte in den frühen Morgenstunden vom Samstag. Die Täter krachten mit einem PickUp-Truck in die Eingangstür des Schmuckladens und räumten die Vitrinen leer. (FM1Today berichtete) Der Laden ist voller Scherben der aufgebrochenenen Schmuckbehälter. Der Schaden ist immens.

«Nächste Woche hätten Pflöcke installiert werden sollen»

Erst im September letzten Jahres wurde die Bijouterie auf exakt die gleiche Weise ausgeräumt. Susanne Schär, Ladeninhaberin der Bijouterie ist den Tränen nahe: «Wir haben erst vor etwa sechs Wochen alles neu bekommen und jetzt ist der Laden wieder komplett zerstört.» Die unbekannten Täter wählten den Zeitpunkt nicht zufällig, glaubt Schär. Sie sagt: «Nächste Woche hätten zwei Pflöcke installiert werden sollen.»

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Schlugen die Rammbock-Räuber wieder zu?

Laut der Polizei wird nicht ausgeschlossen, dass es sich bei den Räubern um die gleichen handelt, die schon im September auf die gleiche Weise den Laden ausgeräumt hatten. Bertrand Hug und seine Kollegen von der Polizei ermitteln: «Es liegt natürlich auf der Hand, dass man davon ausgehen kann, dass es die gleichen Täter sein könnten. Aber es könnten auch Nachahmungstäter sein», heisst es von der Polizei.

Die Parallelen zwischen den beiden Einbrüchen sind offensichtlich:

Einbruch September 2017: Unbekannte stehlen in St.Margrethen ein Auto und entwenden die Nummernschilder. Das Auto, ein grauer VW Touareg wird als Rammbock genutzt und die Bijouterie in Oberuzwil aufgebrochen. Tatzeitpunkt: Samstagmorgen, gegen 2:30 Uhr.  Die Täter räumen die Vitrinen leer und fliehen mit mehreren hundert Uhren und Schmuck im Wert von rund 200'000 Franken. Sie blieben unerkannt. Ihr Fluchtfahrzeug, ein dunkler BMW mit gestohlenen Nummernschildern wurde von der Polizei in Bütschwil gefunden.

Einbruch Januar 2018: Unbekannte stehlen in St. Margrethen ein Auto und montieren unterschiedliche St. Galler Nummernschilder. Das Auto, ein weisser Ford Pickup, wird als Rammbock genutzt und die Bijouterie in Oberuzwil aufgebrochen. Tatzeitpunkt: Wieder Samstagmorgen, gegen 03:00 Uhr. Dann fliehen laut der Polizei drei Täter mit dem Auto und lassen es in der Nähe vom Tatort stehen. Die Täter fliehen auch hier unerkannt. Die Beute beträgt nach ersten Angaben mehrere zehntausend Franken.

Andere Rammbock-Einbrüche mit gleichem Muster

Erst vor wenigen Wochen wurde auch in der Zürcher Innenstadt eine Boutique mit einem ähnlichen Schema ausgeraubt. Dort rammten Unbekannte gegen 3:45 Uhr das Schaufenster eines Uhrenladens mit einem orangen Lieferwagen und räumten dann den Laden leer.

In Zürich wurde im November 2017 ein Uhrenladen ausgeraubt.

Hier waren laut der Zürcher Stadtpolizei ebenso zwei bis drei maskierte Täter am Werk. Diese flüchteten anschliessend mit einem Taxi mit St.Galler Nummernschildern.

Raphael Rohner
Quelle: rar
veröffentlicht: 6. Januar 2018 18:12
aktualisiert: 7. Januar 2018 08:13