Wasser mit Güllengeschmack in Sennwald

Angela Mueller, 31. Oktober 2017, 11:32 Uhr
Frisches Quellwasser aus dem Wasserhahn: Fehlanzeige. in Sennwald war es am Wochenende aus geschmacklichen Gründen nicht trinkbar.
Frisches Quellwasser aus dem Wasserhahn: Fehlanzeige. in Sennwald war es am Wochenende aus geschmacklichen Gründen nicht trinkbar.
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Das Wasser in Sennwald schmeckt definitiv nicht, wie es sollte. Nach dem Dauerregen am Freitag meldeten Bewohner, dass es stinkt - nach Gülle. Den Landwirten droht ein Gülle-Verbot.

«Am Samstag sind unsere Leute von der Wasserversorgung sofort ausgerückt, kaum sind die ersten Meldungen eingegangen», sagt Peter Kindler, Gemeindepräsident von Sennwald. Rund 30 Personen hatten sich wegen des komischen Geschmacks an die Gemeinde Sennwald oder direkt an den Brunnenmeister gewendet. Das Wasser, stellten die Verantwortlichen schnell fest, war nicht verunreinigt, Bakterien wurden keine gefunden, wie ein erster Schnelltest ergab. «Es hat nie eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden», sagt Kindler.

Rund 30 Meldungen gingen ein

Die Wasseraufbereitungsanlage der Gemeinde Sennwald wurde im Jahr 2012 in Betrieb genommen. «Die Filteranlage kann Verunreinigungen beheben, den Geruch jedoch nicht herausfiltern», sagt Kindler. «Die Fachleute haben bestätigt, das Wasser hatte tatsächlich einen unangenehmen Güllen-Geschmack.» Wie viele Haushalte der Rheintaler Gemeinde vom unappetitlichen Wassergeschmack betroffen waren, kann Kindler nicht sagen. «Wir haben rund 30 Meldungen bekommen, aus praktisch allen Gemeindequartieren. Inzwischen wurden die Leitungen gespült, der Geschmack ist weg.»

Hangrutsch könnte Ursache sein

Kindler stellt klar, nicht die Landwirte haben falsch oder zu viel Gülle ausgeschüttet. «Das haben wir sofort überprüft.» Trotzdem denkt die Gemeinde nun über ein vorläufiges Güllenverbot nach. «Es kann sein, dass bestimmte Schutzzonen wegen des Klimawandels nicht mehr den heutigen geologischen Situationen entsprechen. Dies wird nun von den Fachleuten beurteilt.»

Zurzeit begehen ein Geologe und der Brunnenmeister der Gemeinde die Schutzzonen und suchen nach der Ursache. «Vielleicht war ein Hangrutsch nach dem Dauerregen am Freitag das Problem, denn das meiste Wasser kommt vom Salezberg.» Die Gemeinde informiert laufend über die Ergebnisse auf ihrer Website www.sennwald.ch

 

 

 

 

Angela Mueller
veröffentlicht: 31. Oktober 2017 10:59
aktualisiert: 31. Oktober 2017 11:32