Ostschweiz

Wegen Strommangel: Bergbahnen droht im Winter der Stillstand

5. August 2022, 20:36 Uhr
Kommt es im Winter zum befürchteten Strommangel, müssten die Skigebiete ihr Angebot einschränken. Sie stehen auf der Prioritätenliste des Bundes tief unten. Jetzt müssen sie sich deshalb auf die Saison vorbereiten.
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Quelle: tvo

Das Szenario, dass den Bergbahnen im Winter der Strom fehlt, ist aktuell zwar noch höchst unwahrscheinlich. Trotzdem beschäftigen sich die Betriebe intensiv mit der Thematik. Eine Unsicherheit, welche an die Coronapandemie erinnert.

«Es gibt Ähnlichkeiten. Wie bei Corona wissen wir nicht genau, wie wir planen sollen, da wir nicht wissen, was effektiv auf uns zukommt», sagt Mario Bislin, Geschäftsleiter der Bergbahnen Flumserberg, gegenüber TVO. «Es hilft, dass man die Problematik früh genug erkennt. Wir wollen Schritt für Schritt vorausdenken», sagt Mario Bislin, Geschäftsleiter der Bergbahnen Flumserberg, gegenüber TVO.

Skigebiete sind laut Bund Grossverbraucher

Der Bundesrat schliesst einen Strommangel im kommenden Winter nicht aus. Gründe sind unter anderem der Ukraine-Krieg, welcher Auswirkungen auf den Gashandel hat, oder auch, dass Frankreich als wichtiger Strom-Exporteur für die Schweiz Atomkraftwerke vom Netz nimmt. Deshalb gibt es einen vierstufigen Notfallplan. Dieser sieht unter anderem vor, dass Grossverbraucher ihren Stromkonsum drastisch senken. Zu diesen Grossverbrauchern gehören laut Bund auch die Skigebiete. Die GLP fordert gar, dass die Bergbahnen komplett abgeschaltet bleiben.

Für den Ostschweizer Seilbahnverband ist ein Totalausfall keine Lösung. «Bergbahnen sind das Rückgrat des Tourismus, vor allem im Winter», sagt Roger Walser, Geschäftsführer des Ostschweizer Seilbahnverbands. Laut dem Verband der Schweizer Seilbahnen machen die Anlagen rund 0,3 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs aus.

Bergbahnen suchen nach Lösungen

Der Verband will nun aufklären und Sparmassnahmen vorschlagen. «Das Tempo bei den Anlagen ist ein Thema, ausserdem die Betriebszeiten, welche optimiert werden können», sagt Walser. Auch die Bergbahnen Flumserberg suchen bereits nach Lösungsansätzen. «Ein Thema ist, selber Strom zu produzieren. Dies wurde durch die aktuelle Situation noch angetrieben. Können wir auf unserem Gebiet Kleinwasserkraftwerke realisieren? Unter welchen Bedingungen? Diese Fragen stellt man sich», sagt Bislin.

Noch dauert es ein paar Monate, bis die Skisaison eingeläutet wird. Die Bergbahnen können also noch hoffen, dass sich die Situation wieder stabilisiert.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 5. August 2022 20:37
aktualisiert: 5. August 2022 20:37
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