Anzeige
Regeln und Tipps

Weihnachtsdeko: Viel ist erlaubt – doch es gibt auch Grenzen

23. November 2021, 17:13 Uhr
Die Fenster, Gärten und Balkongeländer werden aktuell gerade wieder mit vielen Lichtern und teilweise Kitsch geschmückt. Das Bundesgericht drückt bei der Lichterdeko ein Auge zu. Trotzdem ist vor allem Mieterinnen und Mietern nicht alles erlaubt.
Im Hummelwald bei Wattwil wird jeweils ein Haus aufwendig dekoriert in der Adventszeit.
© Keystone

Über den Geschmack lässt sich nicht streiten - Diese Aussage gilt besonders in der Weihnachtszeit. Während die einen nicht genug von blinkenden Samichläusen und funkelndem Lametta kriegen, wird es anderen bereits beim Adventskranz an der Haustür ganz schwindlig. Eines vorweg: Im Haus oder der Wohnung drinnen ist erlaubt, was gefällt.

Vermieter kann Fassadendeko verbieten

Ein wenig anders sieht es im Garten, auf dem Balkon oder vor der Tür aus. «Mieterinnen und Mieter haben grundsätzlich keinen Anspruch, das Mietobjekt von aussen zu gestalten», sagt Thomas Schwager vom Mieterinnen- und Mieterverband Ostschweiz. Bei Satellitenschüsseln, Wahlplakaten oder eben auch der Weihnachtsdekoration kann der Vermieter oder die Vermieterin die Demontage verlangen.

Verständnis zeigen und Gespräch suchen

«Allerdings gilt der Grundsatz: Solange niemand reklamiert und es niemanden stört, ist auch eine Lichterkette okay», sagt Schwager.

Ähnlich sieht es Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen: «Mir sind keine Fälle bekannt, bei denen es wegen der Weihnachtsdekorationen zu grösseren Problemen gekommen ist.» Meist helfe ein Gespräch mit dem Nachbarn oder der Nachbarin.

Bundesgericht: Ausnahme bei der Weihnachtsbeleuchtung

In gewissen Gemeinden ist die nächtliche Fassadenbeleuchtung geregelt. Oft lehnt sich das Gesetz an die allgemeine Nachtruhezeit (von 22:00 bis 06:00 Uhr) an.

Doch bei der Adventsbeleuchtung scheinen die Bundesrichterinnen und -richter Weihnachtsfans zu sein. Denn ein Streitfall im Aargau rund um eine Weihnachtsbeleuchtung, wurde bis vor Bundesgericht gezogen. Dieses drückte ein Auge zu. Die höchsten Richter entschieden, dass eine Weihnachtsbeleuchtung vom 1. Advent bis zum 6. Januar jeweils bis 1 Uhr nachts toleriert werden muss.

Lichter sind festlicher Brauch

Das Bundesgericht ist der Meinung, dass eine Weihnachtsbeleuchtung von vielen Menschen nicht als störend empfunden, sondern als festlicher Brauch geschätzt wird.

Dies merkt auch Remo Daguati, Geschäftsführer des Hauseigentümerverbandes St.Gallen. Er selber nutze auch eine Weihnachtsbeleuchtung in seinem Haus. «Meist ist bei uns eine Lichterkette bis im Frühling im Einsatz. Sie signalisiert gerade in den dunklen Monaten schönes, wertvolles Licht im sonst dunklen Quartier.» Um die Nachbarn allerdings nicht zu stören, reduziere er mit dem Timer die Einsatzzeiten nach der Weihnachts- und Neujahrszeit schrittweise.

(lae)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. November 2021 11:16
aktualisiert: 23. November 2021 17:13