Wetterschmöcker prophezeien schönen Sommer

Stephanie Martina, 5. Mai 2017, 06:21 Uhr
Zum zweiten Mal in Folge prophezeite der Muotathaler Wetterschmöcker Peter Suter die zutreffendste Wetterprognose und darf deshalb den Wanderpreis wieder mit nach Hause nehmen
Zum zweiten Mal in Folge prophezeite der Muotathaler Wetterschmöcker Peter Suter die zutreffendste Wetterprognose und darf deshalb den Wanderpreis wieder mit nach Hause nehmen
© Keystone/Urs Flueeler (Archivbild)
Noch weist wenig darauf hin, dass die heisse Jahreszeit bald beginnen wird. Doch der Muotathaler Wetterschmöcker Peter Suter prophezeit einen schönen, warmen Sommer. Und der 90-Jährige muss es wissen: Er wurde zum zweiten Mal in Folge als treffsicherster Wetterschmöcker ausgezeichnet.

Einem schönen Festivalsommer scheint nichts im Weg zu stehen - zumindest wenn man der Wetterprognose der Muotathaler Wetterschmöcker vertraut. Ihre Vorhersagen basieren auf geheimen, eigenwilligen Beobachtungen in der Natur. Am vergangenen Wochenende haben die Innerschweizer Wetterpropheten an ihrer ersten Generalversammlung dieses Jahres die Vorhersage für die kommenden sechs Monate verkündet. «Das, was wir während der Wintermonate an der Natur ablesen konnten, weist darauf hin, dass wir einen schönen, warmen Sommer mit ziemlich vielen Sonnentagen erwarten dürfen», sagt Wetterschmöcker Peter Suter. Zwischendurch werde es auch immer Mal wieder etwas Regen geben, aber das sei auch gut so. Alles in allem sei es mehr trocken als nass.

Auch für den Herbst prophezeit Suter viele schöne Tage, aber man müsse schon mit Bodennebel rechnen. «Der Schnee lässt sich im Herbst jedoch noch nicht blicken, den spart sich die Natur bis zum Winter auf», sagt Suter. Von weissen Weihnachten will der Wetterschmöcker aber noch nicht sprechen. Denn die Prognose für den Winter und den Frühling geben die Wetterschmöcker erst an ihrer zweiten jährlichen Generalversammlung am 27. Oktober bekannt.

Einigkeit beim Sommerwetter

Vor der Generalversammlung treffen sich die sechs Muotathaler Wetterschmöcker jeweils, um ihre Prognosen zu besprechen und sich auf eine zu einigen. Dabei gehe man die Vorhersagen für jeden einzelnen Monat durch. Da nicht jeder auf die gleichen Zeichen der Natur achte, könne es vorkommen, dass die Prognosen voneinander abweichen. «Manchmal dauert das Vergleichen der Prognosen länger, manchmal ist man sich schneller einig. Dieses Mal war es eine kurze Sache», verrät Suter.

© Keystone/Alexandra Wey

Ursprünglich sei der «Meteorologen-Verein Innerschwyz» gegründet worden, weil es immer wieder Leute gegeben habe, die im Herbst behauptet hätten, dass sie das Wetter des vergangenen Sommers im Frühling genauso prophezeit hatten. «Doch das konnten sie dann ja nicht belegen. Deshalb entstand unser Verein», sagt Suter.

Erneut zum Wetterkönig gekürt

Wie er zu seinen Prognosen kommt, verrät Suter natürlich nicht. Allgemein könne er aber sagen, dass das Wetter für den Winter leichter vorausgesagt werden könne als jenes für den Sommer. Denn im Sommer gebe es in der Natur viel mehr Zeichen, die eine Prognose für den Winter ermöglichen. Aber man müsse halt rausgehen und nicht nur drinnen in der Stube sitzen. «Im Winter sehe ich inzwischen weniger Zeichen, da ich nicht mehr so oft auf Skitouren gehen kann wegen meines Alters. Aber sonst kann man auch im Schnee vieles ablesen. Man sieht zum Beispiel wie die Winde geweht haben.»

Obwohl der 90-Jährige im Winter nicht mehr so oft unterwegs ist, hat er für den vergangenen Sommer die zutreffendste aller Prognosen abgegeben und durfte den Wanderpreis mit nach Hause nehmen. Auch für den letzten Winter war seine Vorhersage die genauste, weshalb der sich zum zweiten Mal in Folge zum Wetterkönig küren lassen durfte.

Warum seine Prognosen treffender waren als jene seiner fünf Wetterschmöcker-Freunde weiss Suter nicht. Er glaubt, es liege alleine an seiner Erfahrung: «Ich achte seit mehr als 70 Jahren auf die Zeichen der Natur. Früher hatte man ja als Bauer auch gar keine andere Wahl als mit der Natur zu leben und sie zu deuten, um zur richtigen Zeit zu heuen.» Früher habe man auf das Rauschen des Bachs geachtet, darauf, wie die Vögel singen und was die Waldameisen tun. Inzwischen würde kaum noch jemand auf solche Dinge achten. Wetterprophet Suter orientiert sich bis heute an diesen Zeichen und dieses Mal lassen sie ihn einen schönen, langen Sommer vorhersagen. Oder wie die Wetterpropheten auf ihrer Webseite schreiben: «Der Sommer wird vielerorts zu trocken und heiss mit starken Abkühlungen und Gewitter dazwischen. Der Herbst ist gut genug.»

Stephanie Martina
Quelle: stm
veröffentlicht: 5. Mai 2017 06:21
aktualisiert: 5. Mai 2017 06:21