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Wil sagt Elterntaxis den Kampf an

Sandro Zulian, 2. Juni 2017, 18:11 Uhr
Es ist zwar erst eine Interpellation, der Inhalt verspricht aber Zündstoff. Wiler Stadtparlamentarier aller Couleur fordern den Stadtrat zum Handeln auf. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto abholen, sind den Politikern ein Dorn im Auge.
Den Schulen ein Dorn im Auge: Elterntaxis sollen verschwinden.
© iStock/asiseeit

«Bei Unterrichtsbeginn und vor allem bei Unterrichtsende kann vor den Wiler Primarschulen und Kindergärten ein reger Autoverkehr beobachtet werden», schreiben die Unterzeichner in ihrer Interpellation an den Stadtrat Wil. Unterzeichner sind Stadtparlamentarier von allen Seiten. Die SP hat die Anfrage eingereicht, unterschrieben haben Vertreter von SVP, CVP, FDP, Grünen, glp, und den Jungfreisinnigen. Die Parlamentarier gehen durchs Band mit der SP einher.

Eltern, so heisst es, brächten oder holten ihre Kinder ab, fahren vor Schulhäuser und Kindergärten, stünden im Halteverbot und machten gefährliche Wendemanöver.

«Ausgewählte Gspänli»

Die Eltern laden aber gemäss Interpellationstext nicht nur die eigenen Kinder in ihr Eltern-Taxi, sondern beförderten zusätzlich ausgewählte Gspänli. Damit verstossen die Eltern gegen die Sicherheitsbestimmungen sowie gegen die maximale Personenanzahl in einem Auto. Die Parlamentarier wundern sich sogar schon, dass noch nichts passiert ist. Der Autoverkehr vor der Schule und dem Kindergarten gefährde die Kinder in hohem Masse. «Wenn dann noch ungewohntes, wie die jetzige Baustelle, dazu kommt, ist es schlicht ein Wunder, wenn nichts passiert.»

Erziehung ist auch Sache der Politik

Man wolle den Eltern nicht in die Erziehung funken, sagt Interpellantin Marianne Mettler auf Anfrage: «Es ist aber sehr wichtig, dass sich die Politik einmischt, wenn Gefahr besteht, dass die Sicherheit der Kinder nicht mehr gewährleistet ist. Wir haben den politischen Auftrag und müssen mit den Eltern dafür sorgen, dass Wils Kinder gut und gesund aufwachsen.»

Offene Fragen an den Stadtrat

«Kinder brauchen Bewegung, gerade wenn sie einen ganzen Tag in der Schule verbracht haben», sagt Mettler. Den Schulweg eigenständig mit Freundinnen und Freunden zurückzulegen, sei ein Lernprozess für jedes Kind. Es gebe den Kindern Sicherheit im Strassenverkehr, sie können so Risiken besser einschätzen. Die Interpellanten haben diesbezüglich einige Fragen an den Stadtrat. Sie wollen unter anderem wissen, was der Stadrat gedenkt zu tun, um Eltern-Taxis zu unterbinden, ob sich der Stadtrat ein amtliches Fahrverbot vor den Schulen vorstellen kann und wie sich die Zusammenarbeit mit der Polizei gestaltet.

 

(saz)


Sandro Zulian
veröffentlicht: 2. Juni 2017 18:11
aktualisiert: 2. Juni 2017 18:11