«Wir bedienen hier keine Neger»

30. September 2017, 16:47 Uhr
In dieser Gartenbeiz soll die Wirtin den Asylsuchenden die Bedienung verweigert haben.
© screenshot/googlestreetview
In einer Toggenburger Landbeiz wurden Asylsuchende ihrer Hautfarbe wegen nicht bedient. Was erst als Scherz verstanden wurde, war bitterer Ernst. Ein Fall von offenem Rassismus. Die Polizei wird den Vorfall nun untersuchen.

«Wir bedienen hier keine Neger», soll die Serviertochter im Restaurant Traube in Bazenheid zu einer Arbeitsgruppe Asylsuchender gesagt haben. Diese war laut dem «Tagblatt» mit einem Zivildienstleistenden unterwegs um Unkraut zu vernichten. Die Landschaftspfleger wollten in der Traube ein Feierabendbier zu sich nehmen und wurden dann von der Wirtin geschockt. «Der Zivildienstleistende war fassungslos: Das darf doch in der Schweiz im 21. Jahrhundert nicht mehr passieren!»

Wirt weiss von nichts

Der Wirt des Restaurants wollte gegenüber der Presse keine Stellung nehmen. Er wisse nichts vom besagten Vorfall. «Neider gibt es immer», sagte er gegenüber dem Tagblatt. Seitens der Politik habe man Kenntnis von ähnlichen Vorfällen, sagt SP-Sektionspräsident Stefan Diener.

Polizei ermittelt

Wie der «Blick» schreibt, soll nun die Polizei die Ermittlungen aufgenommen haben. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen sagt, dass man vom Vorfall aus den Medien erfahren habe und nun den Fall von Amtes wegen untersuchen werde, um herauszufinden, was passiert sei. Dazu gehöre die Befragung aller Beteiligten. Der daraus resultierende Bericht werde der Staatsanwaltschaft übergeben. Diese entscheide im Anschluss, wie es weitergehen solle.

Quelle: red.
veröffentlicht: 30. September 2017 08:38
aktualisiert: 30. September 2017 16:47