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Liechtenstein

«Wir können nichts machen» – dramatische Ernteausfälle bei Hilcona

Vanessa Kobelt, 16. Juli 2021, 10:27 Uhr
Das anhaltend schlechte Wetter in der Schweiz hat Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Vor allem beim Gemüse dürfte es zu massiven Ernteausfällen kommen. Der Lebensmittelhersteller Hilcona bezeichnet die Situation als dramatisch.
Der Lebensmittel-Produzent Hilcona rechnet wegen der Unwetter mit massiven Ernteausfällen.
© Zur Verfügung gestellt

Seit Wochen regnet und stürmt es in der Schweiz. Dies führt bei vielen Landwirten zu massiven Ernteschäden. Die Auswirkungen dürften laut dem Verband Schweizer Gemüseproduzenten noch im Frühjahr 2022 zu spüren sein. Auch bei den 500 Landwirten des Fertiggerichte-Produzenten Hilcona in Liechtenstein sind die Ernteausfälle dramatisch.

«Das Gemüse verfault»

Grosse Teile der landwirtschaftlichen Hilcona-Flächen wurden überschwemmt oder stehen stark unter Wasser. Abgesehen von den erschwerten Arbeitsbedingungen für die Landwirte kann das Wasser auch das Gemüse selbst beschädigen. «Die Niederschlagsmengen bringen das Fass wortwörtlich zum Überlaufen», sagt Andreas Messerli, Agrar-Leiter der Hilcona. «Wir müssen zuschauen, wie das Gemüse verfault und können nichts machen.»

«Müssen Tiefkühlerbsen importieren»

Am prekärsten sei die aktuelle Situation bei den Erbsen. «Wegen der nassen Felder können die schweren Ernte-Maschinen aktuell nicht fahren», sagt Andreas Messerli. Zwar fiel die Ernte letztes Jahr gut aus und die Lager seien noch voll, reichen dürfte es für dieses Jahr aber nicht. «Gut möglich, dass wir Tiefkühlerbsen importieren müssen.» Diese kämen dann zum Beispiel aus Deutschland oder Skandinavien.

Weitere Ausfälle drohen

Neben dem nassen Wetter und den erschwerten Erntebedingungen kommen noch Felder dazu, die von Hagel zerstört wurden. Die Hilcona-Agrarexperten rechnen bereits jetzt mit unterdurchschnittlichen Erträgen und weiteren Ausfällen. «Viele Bäuerinnen und Bauern konnten zum Beispiel die Bohnen nicht rechtzeitig säen. Dementsprechend wird man diese auch in ein paar Wochen nicht ernten können. Trotzdem hoffen wir, dass zumindest die gesäten Felder auch geerntet werden können», sagt Messerli. Ebenfalls von den Unwettern betroffen sind Pariser Karotten und Kartoffeln.

«Hoffen auf besseres Wetter»

Die Ernte dauere jetzt noch gut zwei Wochen und bei der Hilcona hofft man inständig, dass es endlich aufhört zu regnen. «Es wäre schön, wenn dass Wetter besser wird und wir wenigstens noch einen Rest ernten können», sagt Messerli. «So wirklich trauen kann man dem Wetterbericht zur Zeit ja nicht. Optimal wäre jetzt ein Sommer, in dem es nur noch ab und zu regnet und die Temperaturen nicht zu hoch sind.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 16. Juli 2021 10:27
aktualisiert: 16. Juli 2021 10:27