Pizol

«Wir sind überglücklich und dankbar»

17. Juni 2020, 07:29 Uhr
Die Pizolbahnen bekommen eine Finanzspritze von mit mehrerern Millionen Franken von den Gemeinden und dem Kanton St.Gallen. Die desolate Bergbahn ist heilfroh über die Rettung.
Die Lifte bleiben vorläufig weiter in Betrieb: Die Pizolbahnen haben das nötige Geld von Gemeinden und vom Kanton für den Betrieb der nächsten Jahre zusammen. (Archivbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

«Uns fällt ein regelrechter Stein vom Herzen und wir sind im Moment einfach nur überglücklich», sagt Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Pizolbahnen nach dem Entscheid der letzten Gemeinde, den Betrieb finanziell zu unterstützen. Nussbaumer ist über den Entscheid der Gemeinden froh: «Wir danken der ganzen Bevölkerung, dass sie zu uns steht.»

Auf Facebook gehen die Meinungen auseinander: «Finde ich super. Alle profiteren von diesem Skigebiet. Dank an die sechs Gemeinden», schreibt ein User. Ein anderer fragt sich, wie oft noch Geld in die Bergbahnen gepumpt werden müsse: «Wie oft muss diese Bahn denn noch gerettet werden? Ist ja nicht das erste Mal, dass man denen auf die Sprünge helfen muss.»

Vier Millionen Franken fehlen

Ob die Bergbahnen mit dieser Finanzspritze endgültig saniert seien, weiss Nussbaumer nicht. Trotzdem sieht er wieder Licht: «Wir sind sicherlich äusserst optimistisch. Wir werden weiterkommen und haben einige Konzepte entwickelt um die Bergbahnen weiterzubringen.»

Gemeinden un Kanton helfen aus

Probleme wie schneearme Winter und der starke Franken machten der Bergbahn im Sarganserland zu schaffen. Das Unternehmen leidet unter einem strukturellen Defizit von rund 850’000 Franken pro Jahr. Deshalb setzten die Bahnbetreiber letzten Frühling einen Hilferuf an Kanton und Gemeinden in der Region ab. Um die Bergbahnen zu retten, werden der Kanton und sechs Gemeinden in den nächsten sechs Jahren insgesamt über vier Millionen Franken einschiessen. Damit die Finanzspritze zustande kam, brauchte es die Zustimmung aller Gemeinden.

Mit der Abstimmung in Pfäfers hat nun die letzte Gemeinde grünes Licht für die Finanzierung der Bergbahnen gegeben. Die Bahnen müssen nach einer Finanzspritze finanziell rentabel sein, fordert der Kanton. Dessen Hilfe sei eine einmalige Sache, heisst es auf Anfrage.

Das zahlen die Gemeinden an die Pizolbahnen:

  • Bad Ragaz 189’455 Franken (insgesamt 1’136’730)
  • Vilters-Wangs 157’545 Franken (insgesamt 945’270)
  • Mels 93’400 Franken (insgesamt 560’400)
  • Sargans 52’400 Franken (insgesamt 314’400)
  • Wartau 28’100 (insgesamt 168’600)
  • Pfäfers 19’100 (insgesamt 114’600)
Quelle: SDA
veröffentlicht: 7. April 2018 12:11
aktualisiert: 17. Juni 2020 07:29
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