Wirte ärgern sich über das Marktstübli

Angela Mueller, 14. Februar 2019, 20:20 Uhr
Private Veranstalter können das Marktstübli mieten.
© Tagblatt/Ralph Ribi
Wirte in Gossau sehen die Konkurrenz nicht gerne, die durch öffentliche Räumlichkeiten entstehen. So zum Beispiel das von der Stadt betriebene Marktstübli, hier werden Mittagstische und Vereinsanlässe durchgeführt. Die Säle der Restaurants hingegen bleiben leer.

Es ist bitter für den Gossauer Freihof-Wirt Victor Ledergerber: Gerade ein bis zwei Mal pro Woche wird sein Stübli gebucht. Nicht nur das, auch im Restaurant bleiben die Gäste aus. Wer Schuld trägt ist klar für ihn: Die öffentliche Hand, die immer mehr Orte anbietet, wo Gäste Essen, Kaffee trinken oder eine Veranstaltung durchführen können. Im Kreuzfeuer steht das Marktstübli, das  die Stadt an Privatveranstalter vermietet.

«Wir hätten genügend Angebote in der Gossauer Gastronomie. Wir haben Säle und Räumlichkeiten, die wir zur Verfügung stellen können» sagt Ledergerber zu TVO.  «Aber wenn die Nachfrage immer kleiner wird, müssen wir abbauen.» Ledergerber ist nicht der einzige Wirt mit solchen Befürchtungen, viele Gossauer Wirte teilen diese Angst. Pfarrei-Zentren, Säle in Altersheimen oder Schulen konkurrenzieren das Angebot der Gossauer Gastronomie.

TVO-Bericht vom Donnerstag:

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Der Ärger der Wirte wird von der Stadt jedoch nicht verstanden. «Es gibt lange nicht mehr so viele Restaurants mit Sälen wie auch schon», sagt Urs Salzmann, Mediensprecher der Stadt Gossau. Gleichzeitig sei die Nachfrage bei Vereinen grösser geworden. «Weil wir gezwungen waren, das Marktstübli wieder zu vermieten, haben wir es für private Nutzungen geöffnet.»

Zum Leidwesen der Gossauer Wirte: «Nicht kommerziell geführte Räumlichkeiten sind einfach günstiger, zumal sie zum Teil auch noch quersubventioniert werden», sagt Viktor Ledergerber. «Diese Konkurrenz können wir preislich kaum schlagen.»

Angela Mueller
Quelle: red.
veröffentlicht: 14. Februar 2019 20:20
aktualisiert: 14. Februar 2019 20:20