Wolf nach 200 Jahren zurück im Thurgau?

Laurien Gschwend, 3. März 2017, 12:16 Uhr
Im Thurgau sind mehrere gerissene Schafe gefunden worden. Hat sie ein Wolf getötet? (Symbolbild)
Im Thurgau sind mehrere gerissene Schafe gefunden worden. Hat sie ein Wolf getötet? (Symbolbild)
© KEYSTONE/Schmid Maxime
Während der letzten Tage sind an verschiedenen Orten im Thurgau gerissene Schafe gefunden worden. Aufgrund der Rissbilder könnte es gut sein, dass ein Wolf am Werk war, teilt der Kanton mit.

Einer der Orte, an denen zu Beginn der Woche von einem Raubtier gerissene Schafe gefunden wurden, befindet sich im Raum Hohentannen. Auch in der Region Uesslingen wurde in der Nacht auf Donnerstag ein Schaf gerissen, drei weitere wurden verletzt aufgefunden.

Hundeartiges Tier war Verursacher

Gemäss ersten Erkenntnissen des Zentrums für Fisch- und Wildtiermedizin der Universität Bern handelt es sich beim Verursacher der Risse um ein grosses, hundeartiges Tier. Ein Fuchs oder ein Luchs sei garantiert nicht für die verletzten und getöteten Schafe verantwortlich. Erst, wenn die genetischen Ergebnisse vorliegen, könne gesagt werden, ob ein Hund oder ein Wolf am Werk war. Offen sei ausserdem, ob zwischen den geschilderten Vorfällen in den Regionen Hohentannen und Uesslingen ein Zusammenhang bestehe.

«Aufgrund der Indizien ist nicht auszuschliessen, dass der Wolf nach mehr als 200 Jahren Abwesenheit in den Kanton Thurgau zurückgekehrt ist», schreibt die Thurgauer Staatskanzlei. Auch in den Nachbarkantonen St.Gallen und Zürich wurden in den letzten Jahren einzelne Wölfe nachgewiesen. Gerade erst in dieser Woche hat ein Wolf mit hoher Wahrscheinlichkeit zwei Schafe in der Nähe von Heiden gerissen.

Kleintiere sollen eingestallt werden

Der Kanton Thurgau empfiehlt Kleintierhaltern, ihre Umzäunungen sorgfältig zu überprüfen und, wo nötig, anzupassen. Wo immer möglich sollen Kleintiere über Nacht eingestallt werden. Gerissene Nutztiere sollen der Jagd- und Fischereiverwaltung gemeldet werden. Dabei ist es zu Untersuchungszwecken wichtig, die Fundstellen und die gerissenen Tiere wie angetroffen unverändert zu belassen.

Was findest du: Soll in solchen Fällen rascher eine Abschussbewilligung erteilt werden dürfen?

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 3. März 2017 12:16
aktualisiert: 3. März 2017 12:16