Zu viel Brot für Kreuzlinger Tauben

Angela Mueller, 4. März 2019, 21:47 Uhr
Tauben siedeln sich gerne in Stadtgebieten an und vermehren sich unter Umständen sehr stark.
Tauben siedeln sich gerne in Stadtgebieten an und vermehren sich unter Umständen sehr stark.
© KEYSTONE/Anthony Anex (Archiv)
In Kreuzlingen sorgen immer wieder Vogelfreunde die Tauben füttern für Ärger. Nun appelliert die Stadt an die Vernunft und gibt Tipps fürs richtige Füttern.

Besonders der Stadtpark ist ein beliebter Ort für jene, die Tauben regelmässig mit grösseren Mengen Brot versorgen. «Dabei ist klar, Brot ist nicht das richtige Futter für diese Tiere», sagt Stefan Braun vom Amt für Umwelt und Energie der Stadt Kreuzlingen.

Rund eine handvoll Personen können es auf Kreuzlinger Stadtgebiet nicht lassen, die Tiere zu füttern. Der Stadtverwaltung und Polizei sind deswegen regelmässig Reklamationen zugekommen, wie es in einer Mitteilung der Stadt Kreuzlingen heisst. Der Polizei sind die Hände gebunden, denn sie kann das unsachgemässe Füttern von Wildtieren nicht büssen.

Schneller vermehrt und schneller krank

Dabei schadet es den Tieren: Tauben, die viel Brot fressen, vermehren sich im ersten Moment stark, erkranken aber schnell und werden zu Krankheitsüberträgern. Das gilt nicht nur für Tauben, auch Krähen und Möwen werden durch Brotfütterung unnötig angelockt und leiden unter den Folgen.

Nicht nur das, auch Hausbesitzer ärgert das Verhalten der vermeintlichen Vogelfreunde. Grössere Vogelansammlungen verursachen eine Menge Dreck, der nicht selten an den Hausfassaden kleben bleibt. «Natürlich haben wir immer wieder das Gespräch mit diesen Vogelfreunden gesucht und auch die Polizei spricht sie an», sagt Braun. Doch genützt hat es bis anhin nichts. Nun versucht es das Amt für Umwelt mit Tipps, wie Vögel gefüttert werden sollen (siehe Kasten).

Stabile Population in St.Gallen

Auch in St.Gallen kennt man das Problem. Vogelfreunde füttern immer wieder Tauben. Die Stadtpolizei sucht das Gespräch mit den Vogelfütterern. Scheinbar mit Erfolg. Die Stadtpolizei St.Gallen geht davon aus, dass die Zahl der Tauben in den letzten Jahren nicht gestiegen ist.

Sachgerechte Winterfütterung erfüllt die folgenden Punkte:
• Futterplatz an einem übersichtlichen, ausreichend hohen Ort, damit sie vor Hauskatzen sicher sind
• Bewährte Futtermischungen für Körnerfresser bzw. Weichfresser anbieten; gern angenommen werden Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Baum- und Haselnüsse sowie Fett; Getreidekörner sind nur bei Spatzen und Tauben beliebt; Brot ist für Singvögel gänzlich ungeeignet
• Futter täglich frisch anbieten, morgens möglichst vor Sonnenaufgang sowie bei Bedarf rund zwei Stunden vor der Dämmerung
• Futter trocken halten und vor Schmutz und Kot schützen; Futterplatz regelmässig reinigen
• Krähenvögel und Tauben aufgrund der grossen Populationen in der Stadt nicht füttern
• Wasservögel dürfen durch die Fütterung nicht ins Siedlungsgebiet gelockt werden

• Eine Fütterung ausserhalb der Winterzeit ist nicht angebracht. Sie kann sogar schaden, weil viele Singvögel ihre Nahrung im Frühling mit Beginn der Brutzeit umstellen

Angela Mueller
veröffentlicht: 4. März 2019 16:30
aktualisiert: 4. März 2019 21:47