Polizei gibt Tipps zur Horror-Baustelle

Auf der A13 kommt es immer wieder zu Unfällen. (Archiv)
Auf der A13 kommt es immer wieder zu Unfällen. (Archiv) © Tagblatt/Seraina Hess
Weil die Baustelle auf der A13 bei St.Margrethen sehr eng ist, gibt die Kantonspolizei St.Gallen Tipps, wie man durchfahren sollte. Darauf aufmerksam gemacht wurde sie von Lastwagenfahrern.

Immer wieder staut es auf der A1/A13 bei St.Margrethen. Grund sind Unfälle, die im Baustellenbereich bei St.Margrethen zu Verkehrsproblemen führen. Der Verkehr muss auf der Baustelle teilweise auf der Gegenfahrbahn geführt werden. Eine kleine Unachtsamkeit kann daher bereits zu einem Unfall und Stau führen, schreibt die Kantonspolizei St.Gallen und gibt Verhaltenstipps.

Polizei empfiehlt offenen Reissverschluss

Vor allem Lastwagenfahrer machen die Kantonspolizei St.Gallen auf die verengten Verhältnisse aufmerksam. «Überholmanöver sind heikel, da die Spur sehr eng ist. Überholt ein PKW einen Lastwagen, sind beide verunsichert. Der Lastwagenfahrer muss sich konzentrieren, damit er die Mittellinie nicht überquert, der Autofahrer merkt, wie eng es ist und drosselt allenfalls die Geschwindigkeit», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Die Kantonspolizei empfiehlt daher das Fahren im offenen Reissverschluss. In Zusammenarbeit mit dem Astra wurden im Baustellenbereich Tafeln aufgestellt, auf denen der offene Reissverschluss empfohlen wird. Bereits im vergangenen Jahr wurden die Tafeln aufgestellt und die Tipps von der Kantonspolizei herausgegeben.

Die Polizei empfiehlt, im offenen Reissverschluss zu fahren. (Bild: Kapo SG)

Andere Fahrzeuge zu überholen, wird auf den verengten Fahrspuren nicht empfohlen. Auch das Wechseln von Fahrstreifen soll vermieden werden. Fühlt man sich unsicher, empfiehlt die Polizei die Benützung des rechten Streifens.

Nicht zu schnell – aber auch nicht zu langsam

Die Kantonspolizei St.Gallen betont mehrmals, dass es wichtig ist, sich an die angegebene Geschwindigkeit zu halten. Fährt man zu schnell oder zu langsam, gefährdet man andere Verkehrsteilnehmer. Überholmanöver führen tendenziell zu einer Verlangsamung des Verkehrs, schreibt die Kantonspolizei. Wer zu langsam fährt, provoziert Überholmanöver und somit auch Unfälle. Im Baustellenbereich gilt an den meisten Stellen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern.

Lastwagen dürfen beide Spuren nutzen

Immer wieder sieht man auf der St.Margrether Baustelle Lastwagen, die in der Mitte der beiden Spuren fahren und so ein Überholen verunmöglichen. Wird dies normalerweise von der Polizei geahndet, zeigt sie hier Verständnis. «Obwohl die Baustelle den geltenden Normen entspricht, toleriert es die Kantonspolizei St.Gallen in diesem Bereich, wenn Lastwagen Teile beider Fahrstreifen benutzen», sagt Hanspeter Krüsi. Vor allem bei schlechter Sicht oder bei Nacht dürfen Lastwagen beide Spuren blockieren. «Die erfahrenen Lastwagenfahrer wissen, dass ein Überholen hier sehr gefährlich ist und können so einen Unfall verhindern.»

Mehr Unfälle oder nicht?

Immer wieder gibt es Meldungen von Unfällen im Baustellenbereich. Ob es überdurchschnittlich viele sind, kann Hanspeter Krüsi nicht sagen. «Es ist so, dass wir selten eine Baustelle über so eine lange Zeit haben.» Da die Baustelle lange bestehe, gebe es entsprechend einige Unfälle. Im Mai 2017 gab es an einem Wochenende gleich zwei grössere Unfälle, das Astra zog daraus Konsequenzen und verbreitete die Streifen. «Erfreulicherweise gab es seit Anfang Jahr aber keine schweren Unfälle mehr.» Die Baustelle auf der A13 soll noch bis Ende 2018 bestehen bleiben, danach sind die Sanierungsarbeiten an der Autobahn beendet.

(enf)


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