Katzen jagen für die Wissenschaft

Unterwegs im Dienste der Wissenschaft: Katzen jagen Mäuse - und die Fachleute finden mehr über die Verbreitung der kleinen Nagetiere heraus.
Unterwegs im Dienste der Wissenschaft: Katzen jagen Mäuse - und die Fachleute finden mehr über die Verbreitung der kleinen Nagetiere heraus. © Handout Naturmuseum Solothurn
Mit einem ungewohnten Projekt versucht das Naturmuseum Solothurn mehr über Spitzmäuse und kleine Nager herauszufinden: Das Museum sammelt die toten Nager, welche die Katzen in den Kantonen Solothurn und Bern nach Hause bringen.

Mehr als 400 Mäuse und kleine Säugetieren gaben die Katzen-Halter seit Mai ab, wie das Naturmuseum Solothurn am Mittwoch in einem Zwischenbericht mitteilte. Das Projekt «Zeig’ mir Deine Maus, Katze!» läuft noch bis Ende November.

Bislang konnten 17 verschiedene Arten von Kleinsäugetieren nachgewiesen werden, darunter seltene Arten wie die Zwergspitzmaus oder der Gartenschläfer. Die Resultate fliessen in den neuen Verbreitungsatlas der Säugetiere der Schweiz und Liechtenstein ein.

Sie dienen gemäss Naturmuseum so dem Schutz und der Förderung der kleinen Nager und Spitzmäuse. Die toten Mäuse würden einen Fundus an neuen Informationen bieten. Es sei wenig über das Vorkommen und die Verbreitung der Mäuse, Spitzmäuse, Fledermäuse, Schläfer und Kleinraubtiere bekannt.

Bei der Erforschung von Kleinsäugern könnten Katzen eine wichtige Rolle spielen, hält das Naturmuseum fest. Es wird beim Projekt von Quadrapoda, einem Büro für Wildbiologie in Bern, unterstützt.

Die 1,4 Millionen Freigänger-Katzen in der Schweiz erbeuten nach Schätzungen 10 Millionen Mäuse und andere Kleinsäuger pro Jahr. Da können die Katzen weiterhin fleissig Mäuse jagen: Das Naturmuseum Solothurn freut sich nach eigenen Angaben jedenfalls «über jede Maus, die den Weg ins Projekt findet».

Seltene Arten wie die Wasserspitzmaus oder die Kleinwühlmaus fehlen bisher unter den Nachweisen. «Um hier noch etwas mehr zu erfahren, sind wir weiterhin auf die Mithilfe der Katzen angewiesen», schreibt das Naturmuseum. Die Katzen-Halter können den toten Kleinnager einfach in einen Plastiksack legen, den Fundort anmerken – und das Päckli etwa bei einem Tierarzt abgeben.

(SDA)


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