Reaktionen auf Ehedrama: «Es ist schockierend»

Mit Bestürzung hat Anwohner Othmar Schnetzer auf das Ehedrama in Jonschwil reagiert.
Mit Bestürzung hat Anwohner Othmar Schnetzer auf das Ehedrama in Jonschwil reagiert. © TVO
Die Bewohner von Jonschwil sind entsetzt über das tödliche Familiendrama, das sich in der Nacht auf Donnerstag in ihrem Dorf abgespielt hat. Den Täter nahmen sie auf unauffälligen Mann wahr.

Nach dem tödlichen Familiendrama in Jonschwil steht das Dorf unter Schock. So auch Othmar Schnetzer, der gegenüber der Tankstelle wohnt, bei der sich der Kinder- und Jugendpsychiater selbst richtete. «Es war Blaulicht zu sehen und jemand lag auf der Strasse. Ich wusste nicht, ob es sich um einen Unfall handelte, oder es eine Verfolgungsjagd gegeben hatte», sagt der Anwohner gegenüber TVO. Erst am nächsten Morgen erfuhr Schnetzer, dass der 73-Jährige zuerst sein Einfamilienhaus angezündet hatte und sich anschliessend, umzingelt von Polizisten, das Leben nahm. «Es ist schockierend. Man weiss nie, was in der Nachbarschaft passiert und sich hinter der Fassade verbirgt.»

«Es hat grausam gebrannt»

Gespräche von TVO mit den Dorfbewohnern – auch hinter der Kamera – zeigen: Der Psychiater wurde in Jonschwil als freundlich, ruhig und unauffällig wahrgenommen. Die Geschehnisse seien «himmeltraurig», heisst es von der Nachbarschaft. Dass sich einmal eine solche Tragödie im ruhigen Quartier ereigne, habe niemand vermutet. «Zuerst dachte ich, dass das Geräusch von Maienkäfern komme. Als ich nach draussen ging, um nachzusehen, ob jemand ums Haus schleicht, habe ich die Flammen sofort gesehen. Es hat grausam gebrannt», sagt Ruedi Scherrer, ein Nachbar des Ehepaares.

Wurde Brandbeschleuniger eingesetzt?

Das Motiv der Tat bleibt weitgehend unklar. Die Kantonspolizei St.Gallen ermittelt unter anderem, ob Brandbeschleuniger eingesetzt wurde, wie Mediensprecher Hanspeter Krüsi auf Anfrage sagt. Ursprünglich war die Polizei am Donnerstagabend wegen häuslicher Gewalt ausgerückt. Zu jener Zeit brannte das Haus der dreiköpfigen Familie noch nicht.

Der 38-jährigen Ehefrau des Psychiaters war es in der Nacht nach einem Ehekrach gelungen, das Haus rechtzeitig zu verlassen. Sie blieb unverletzt. Ebenso die fünfjährige Tochter, die zum Tatzeitpunkt bei Verwandten übernachtete. Die beiden werden fachärztlich betreut.

(red.)


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