«Riesiges Glück im Unglück»

Hier wird die abgestürzte Gondel abtransportiert.
Hier wird die abgestürzte Gondel abtransportiert. © Leserreporter
Am Mittwochabend krachte eine leere Gondel der Frümsen-Staubern-Bahn aus 12 Metern auf den Boden. Acht Insassen der anderen Gondel mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Schock sitze tief, sagt Mediensprecher der Bergbahn, Ralph Dietsche.

Ralph Dietsche, bei der Bergbahn Staubern kam es gestern zu einem Unfall. Was ist genau geschehen?
Gestern Abend, kurz vor 17 Uhr, entgleiste eine Kabine der Staubern-Bergbahn. Die Gondel war glücklicherweise leer und ging nachher zu Boden. Die andere, bergwärts fahrende Kabine, stoppte daraufhin. Darin hielten sich acht Passagiere auf. Sie wurden einige Zeit später durch eine Rettungskolonne abgeseilt und in Sicherheit gebracht.

Bei den Besitzern der Staubern-Bergbahn muss der Schock tief sitzen?
Das gestrige Ereignis ist sicher ein riesiger Schock. Auf der anderen Seite muss man festhalten, dass man riesiges Glück im Unglück hatte, da in der betroffenen Kabine keine Personen waren. Dass keine Menschen zu Schaden kamen, ist das wichtigste.

Kann man sich erklären, warum das passiert ist?
Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir noch nicht, warum die Kabine entgleist ist. Das wird aktuell von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Gemäss Kantonspolizei St.Gallen blies zum Unfallzeitpunkt der Föhn. War der Föhn zu stark und hätte man nicht mehr fahren dürfen?
Dass der Föhn zum Unfallzeitpunkt geblasen hat, ist richtig. Ob der Wind zu stark war oder nicht, wird die Untersuchung der Staatsanwaltschaft ergeben.

Wie haben die Besitzer gestern Abend reagiert?
Sie haben sehr betroffen reagiert. Auch für sie war es am wichtigsten, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Innert zwei Minuten wurde die Rettungskolonne aufgeboten. Diese war sehr schnell vor Ort, um die acht unverletzten Personen in Sicherheit zu bringen. Es ging nicht einmal zwei Stunden, bis die Passagiere wieder festen Boden unter den Füssen hatten.

Ralph Dietsche, Mediensprecher der Staubern-Bergbahn. (Bild: Tagblatt)

Wie geht es nun weiter mit der Staubern-Bahn?
Momentan fährt die Bahn nicht, die Ursache wird durch Sachverständige und die Staatsanwaltschaft abgeklärt. Wann die Bahn ihren Betrieb wieder aufnimmt, kann man zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Das heisst, Leute, die auf die Staubern wollen, kommen nicht mehr so bequem hoch?
Die Bahn sowie das Berggasthaus sind momentan geschlossen.

Hat man nun Zukunftsängste um die Bahn?
Darüber haben wir intern noch gar nie gesprochen. Die Ursachenfindung hat momentan Priorität. Es gab aber nie eine Stimmung, wonach man in Zukunft nicht mehr weitermachen wollen würde. Wir haben die Bahn nach bestem Wissen und Gewissen bis jetzt betrieben, alle Sicherheitsvorkehrungen wurden stets eingehalten. Wenn die Ursache klar ist, werden die weiteren Massnahmen getroffen.

Wie sieht die abgestürzte Kabine aus? Ist sie komplett zerstört?
Ich war selber noch nicht am Absturzort. Die Kabine liegt in schwer zugänglichem Gebiet. Die Sachverständigen wurden mit einem Helikopter an die Absturzstelle geflogen. Was ich aber gehört habe: Die Kabine soll ziemlich unbeschädigt sein.

Der TVO-Beitrag zum Absturz:

(lae/saz)


Newsletter abonnieren
3Kommentare
noch 500 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel