Romanshorner Mocmoc schafft es ins ZDF

Die Statue ist so manchem Romanshorner ein Dorn im Auge.
Die Statue ist so manchem Romanshorner ein Dorn im Auge. © Tagblatt
Als die Statue «Mocmoc» in Romanshorn enthüllt wurde, sorgte sie für heftige Diskussionen. Mittlerweile sind diese abgeflacht. Das zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) reisst nun alte Wunden wieder auf.

Sie ist gelb-schwarz, hat spitze Zähne und ein Horn: «Mocmoc», die Statue auf dem Romanshorner Bahnhofsplatz. Jetzt schafft sie es zu internationaler Berühmtheit, dies dank der Fernsehsendung «Da kommst Du nie drauf!» von ZDF. Alexander Herrmann, Oliver Pocher und Bernd Stelter mussten die Frage «Was bringt viele Bewohner der Schweizer Stadt Romanshorn seit 2003 so richtig in Rage?» beantworten. «Auf jeden Fall das Logo», scherzt Oliver Pocher und meint damit das Wappen der Stadt Romanshorn. Die Prominenten entscheiden sich schlussendlich für die Antwort B «Das neue Wahrzeichen sieht aus wie ein japanisches Pokémon» und liegen damit richtig.

«Sie werden es überleben»

Der Künstler Johannes Hedinger und sein Kollege Marcus Gossolt hatten bei der Idee zum Maskottchen vor allem die Jüngeren im Blick. «Es war klar, dass die ältere Generation nicht nur ‹amused› sein wird. Aber sie werden es überleben», sagt Hedinger in der Auflösung.

 

Mocmoc polarisierte vor 15 Jahren extrem

«Mocmoc» sollte 2003 das neue Wahrzeichen von Romanshorn werden, doch die Staute «Mocmoc» spaltete die Gemeinde am Bodensee. Zu hässlich sei das Ding, fanden viele. Die Fabelwesen-Figur wurde als «Plastikente» oder «alberne Figur» betitelt. «Beim nächsten Gewitter, oh ihr verzeiht, schlägt hoffentlich der erlösende Blitz in dieses gelbgeklotzte Teil ein», schrieb jemand in einem Leserbrief.

Erfundene Gründersaga und keine Baubewilligung

Fast noch grösser war der Ärger über ein vermeintliches Dokument aus dem Gemeindearchiv aus dem Jahr 1930. Das Dokument sei die Legende der Statue und zugleich die Gründersaga von Romanshorn, behauptete das Künstlerduo Com&Com. Es hatte die Geschichte aber frei erfunden. Der Gemeinderat war eingeweiht und spielte zuerst mit, was wiederum für massive Kritik sorgte.

Später stellte sich auch noch heraus, dass für die eine Viertelmillion teure Figur gar keine Baubewilligung eingeholt wurde. Im Jahr 2004 wurde schliesslich abgestimmt, ob «Mocmoc» den Bahnhofplatz verlassen soll. Eine knappe Mehrheit entschied, dass die Statue bleiben darf. Die Stimmbeteiligung lag bei umwerfenden 56 Prozent.

Nach 2004 wurde es ruhig um «Mocmoc». Bis zum prominenten Auftritt im ZDF am Mittwoch. Ob die Diskussion um «Mocmoc» jetzt wieder entfacht wird?

(sk)


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