Ruandischer Fussballverband greift durch

Aberglaube im Fussball gibt es natürlich auch in anderen Ländern...
Aberglaube im Fussball gibt es natürlich auch in anderen Ländern... © Olaf Wagner/Bongarts/Getty Images
Genug ist genug. Ein Spieler trifft kurz nach einem komischen Ritual das Tor, da muss doch Hexerei dahinter stecken. Nun hat der Fussballverband Ruandas die Regeln angepasst. Künftig gibt es für solche Rituale Bussen.

Rayon Sport lag noch 0:1 gegen Mukura Victory in der ruandischen Premier League hinten, als Rayon-Stürmer Moussa Camara nur die Latte traf. Doch was tut er danach? Er rennt zum Goalpfosten und legt ein kleines Objekt daneben. Wutentbrannt rennen ihm anschliessend Goalie und Spieler des Gegner nach. Sie vermuten bereits, dass Camara hier eine Beschwörungs-Zeremonie vollzogen hat. Promt: Sekunden später trifft Camara zum 1:1-Endstand.

Die Aufregung nach dieser Aktion war riesig. Der Verband sah sich dazu genötigt, zu handeln. Künftig werden Spieler, die bei Ritualen erwischt werden, mit 100’000 Ruandischen Francs (rund 126 Franken) gebüsst. Ist der Klub sogar in die Hexerei involviert, drohen drei Punkte Abzug und eine Busse von 2,9 Millionen Francs (3661 Franken).

Gegenüber dem «Mirror» sagt der Vizepräsident des Fussballverbands von Ruanda, Vedaste Kayiranga: «Der Verband hatte bisher kein Gesetz, das Hexerei verbieten würde, weil bisher weltweit noch nie nachgewiesen werden konnte, dass solche Rituale einen Einfluss auf das Resultat haben.» Nur wegen der steigenden Gewalt zwischen den Spielern und den steten Anschuldigungen habe man überhaupt diesen neuen Paragrafen eingeführt.

(red.)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen