Saakaschwili fordert Hilfe von Merkel

Der frühere georgische Präsident Michail Saakaschwili ist ein scharfer Kritiker seines Studienfreunds und ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko. (Archivbild)
Der frühere georgische Präsident Michail Saakaschwili ist ein scharfer Kritiker seines Studienfreunds und ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/EFREM LUKATSKY
Nach seiner Abschiebung aus der Ukraine hat der ehemalige georgische Präsident Michail Saakaschwili in Polen Unterstützung der EU und insbesondere von Kanzlerin Angela Merkel gefordert. Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko zerstöre sein Land.

«Er will mich entfernen, weil ich die Korruption anprangere», sagte Saakaschwili der «Bild»-Zeitung vom Dienstag. «Wenn die Europäische Union und allen voran Kanzlerin Angela Merkel nicht endlich etwas unternimmt, wird die Ukraine zerbrechen.»

Saakaschwili war am Montag in Kiew vom Grenzschutz festgenommen und mit einem Sonderflug in die polnische Hauptstadt Warschau gebracht worden. Schwerbewaffnete Grenzschützer holten den 50 Jahre alten Poroschenko-Gegner beim Mittagessen aus einem Restaurant neben der Zentrale seiner Partei in der ukrainischen Hauptstadt und schoben ihn dann ab.

Saakaschwili bekräftigte, dass seiner Ansicht nach Poroschenko hinter dieser Aktion steckt. Er kündigte an, erneut in die Ukraine reisen zu wollen. «Es sind Grossdemonstrationen angekündigt und ich werde auf legalem Wege in die Ukraine zurückkehren», sagte er.

Saakaschwili ist ein scharfer Kritiker Poroschenkos, den er vom Studium kennt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 50-Jährigen die Organisation regierungsfeindlicher Proteste mit finanzieller Hilfe aus dem Umfeld des 2014 nach Russland geflohenen Präsidenten Viktor Janukowitsch vor.

Saakaschwili war im Dezember nach einer Festnahme spektakulär von Demonstranten aus einem Gefangenentransporter in Kiew befreit worden. Er hat die georgische und die ukrainische Staatsbürgerschaft verloren und ist mit einer Niederländerin verheiratet.

(SDA)


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