Schlechte Aussichten für Breus Zirkus

Von Laurien Gschwend
Zumindest, wenn es nach ihm geht, tourt Beat Breu (im Bild mit Tochter Denise) bald mit seinem eigenen Zirkus durch die Schweiz. (Archivbild)
Zumindest, wenn es nach ihm geht, tourt Beat Breu (im Bild mit Tochter Denise) bald mit seinem eigenen Zirkus durch die Schweiz. (Archivbild) © Keystone/Urs Flüeler
Anfang August will der St.Galler Ex-Radrennfahrer Beat Breu (61) in Winterthur zum ersten Mal mit seinem eigenen Zirkus auftreten. Doch das Crowdfunding läuft harzig und die Winterthurer Stadtpolizei hat sein Gesuch noch nicht bewilligt.

«Natürlich ist die Bewilligung für die Premiere da. Sonst könnten wir ja keine Einladungen verschicken», sagt Heidi Breu (65) auf Anfrage von FM1Today. Der Tele-Top-Bericht vom Wochenende, wonach die Stadt Winterthur nichts vom Zirkusprojekt wisse, entspreche nicht der Wahrheit, sei gar «eine totale Frechheit».

Gesuch in Winterthur eingegangen

Inzwischen habe Beat Breu ein entsprechendes Gesuch gestellt, bestätigt Michael Wirz, Mediensprecher der Stadtpolizei Winterthur, am Montagvormittag. «Dieses ist aber noch in Bearbeitung.» Laut Wirz müssen noch verschiedene Unterlagen eingereicht werden, bis eine Bewilligung erteilt werden kann. «Wir müssen jetzt schauen, ob die Zeit dafür bis zur geplanten Premiere ausreicht.»

«Grosse Zirkusse machen es nicht anders»

Informationen zu Beat Breus Zirkustournee sucht man online vergebens. Es gibt weder eine Übersicht über die Tourdaten noch einen Ticketshop. «Wir geben die Details noch nicht bekannt. Das machen die grossen Zirkusse nicht anders», sagt die Ehefrau der Radsportlegende. Geplant sei allerdings, nach der Premiere in Winterthur in Dietikon ZH und im Aargau aufzutreten und anschliessend über den Bodensee in die Ostschweiz zu fahren, dies gemeinsam mit Nachwuchskünstlern und Haustieren. «Beat träumt von einem Winterzirkus in seiner Heimatstadt St.Gallen.»

Kein passender Platz in St.Gallen

Die Suche nach einem geeigneten Platz in der Gallusstadt gestaltet sich allerdings als schwierig. «Bis jetzt hat Beat Breu kein konkretes Gesuch gestellt, es hat allerdings ein informelles Gespräch stattgefunden», heisst es bei Dionys Widmer, Mediensprecher der St.Galler Stadtpolizei. Der Kiesplatz hinter der Reithalle im Kreuzbleiche-Quartier sei für Breus Zirkuszelt zu klein. «Er hat dann nach der Wiese gefragt. Diese wird aber jeweils von Oktober bis April renaturiert.»

Andere Plätze für ein Zirkuszelt stünden in der Stadt St.Gallen im Winter nicht zur Verfügung. «Eventuell findet Beat Breu eine Möglichkeit im privaten Rahmen. Aber auch dafür wäre eine Bewilligung der Stadtpolizei nötig», sagt Widmer.

Erst knapp 25’000 Franken gesammelt

Seit Ende April sammelt Beat Breu mithilfe der Crowdfunding-Plattform Lokalhelden Geld für seinen Zirkus nach «traditionellen Vorstellungen». Der zweifache Vater, der früher ein Wildwest-Bordell in Oberbüren und das Zirkus-Royal-Bistro betrieb, hat allerdings rund drei Wochen vor der Premiere mit knapp 25’000 Franken erst die Hälfte der Finanzierungsschwelle von 50’000 Franken erreicht. Mit den 50’000 Franken will Breu «ein Minimum an Wagen» anschaffen. Erreicht er das Finanzierungsziel von 150’000 Franken, kann er sich weitere, und vor allem neuere, Materialien leisten.

Mit diesem Video ruft Breu zum Spenden auf:

Auch wenn der «Bergfloh» von diesem Ziel noch weit entfernt ist, sagt er gegenüber Tele Top, er könne sich seinen Bubentraum finanzieren. Wie genau, lässt er offen. «Wir können kaum warten bis zum 5. August. Bis dahin haben wir noch einiges zu erledigen.»

Beat Breus Karriere hatte in den 70er-Jahren im Querfeldeinsport begonnen. Später wurde er zu einem der erfolgreichsten Radrennfahrer und Radquerfahrer der Schweiz. 2009 erklärte er seinen definitiven Rücktritt vom Profisport. Sowohl beruflich als auch privat hat der heute 61-Jährige turbulente Jahre hinter sich: Er litt jahrelang an Depressionen, ging Konkurs, trennte sich von Ehefrau Heidi und kam wieder mit ihr zusammen und versuchte sich in diversen Geschäftszweigen.


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