Klöntal

22-Jähriger nach Bergtour vermisst – «Befürchten das Schlimmste»

20. November 2020, 13:08 Uhr
Ein 22-jähriger wird nach einer Bergtour am Donnerstag vermisst.
© Kapo GL
Ein 22-jähriger Berggänger wird seit einer Bergtour am Mittwoch vermisst. Der Zürcher ist im Gebiet Chnoren (Klöntal) in Richtung Chalttäli verunglückt. Die Kantonspolizei Glarus muss die grosse Suchaktion vorübergehend einstellen.

Der 22-jährige Berggänger war am Mittwochvormittag mit seinem 27-jährigen Begleiter in Richtung Vrenelisgärtli unterwegs. Dabei überquerten die beiden Bergsteiger vor dem Chalttäli eine rund 800 Meter lange Traverse, als sich wohl ein Schneebrett löste und den vorausgehenden 22-Jährigen über eine längere Strecke hinweg talwärts mitriss. «Die Traverse war stark abschüssig», sagt Kapo-Mediensprecher Richard Schmidt zu FM1Today.

«Handysignal blieb stumm»

Die Kantonspolizei Glarus leitete in Zusammenarbeit mit der Rega und der Alpinen Rettung Schweiz unverzüglich eine Suchaktion ein, an welcher drei Hubschrauber, eine Drohne sowie ein Wärmebildgerät der Schweizer Armee eingesetzt wurden. «Man versuchte auch das Handysignal zu orten, dieses blieb aber stumm.»

Suche vorübergehend abgebrochen

Die gross angelegte Suchaktion blieb bis anhin ohne Erfolg und musste in der Folge aufgrund der schwierigen Gelände-, Witterungs- und Sichtverhältnisse vorerst eingestellt werden, wie die Kantonspolizei Glarus mitteilt. Die Lage werde aber fortlaufend beurteilt. «Wenn sich eine bessere Lage ergibt, nimmt man die Suche wieder auf», so Schmidt. Priorität sei dabei die Sicherheit der Rettungskräfte. Eine Flächensuche zu Fuss sei derzeit unmöglich.

Von Schneemassen bedeckt oder in einem Gang gefangen

Wieso der 22-Jährige trotz grosser Suchaktion nicht gefunden werden konnte, kann sich Richard Schmidt so erklären: «Es kann sein, dass er vom Schneebrett überdeckt worden ist und somit die Wärmekamera auch nicht angegeben hat.» Zudem sei es möglich, dass der Bergsteiger in einen Gang oder eine Felsröhre geraten sei, welche derzeit für die Rettungskräfte nicht zugänglich seien. «Wir befürchten das Schlimmste.»

Ob die beiden Bergsteiger ausgebildet waren, dazu kann die Kantonspolizei keine Angaben machen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. November 2020 12:10
aktualisiert: 20. November 2020 13:08