Versteigerung

25 Luxuswagen von afrikanischem Präsidentensohn versteigert

30. September 2019, 07:02 Uhr
Interessenten begutachten einen Koenigsegg One, einer von 25 Luxuswagen des ältesten Sohnes des Präsidenten von Äquitorialguinea, der am Sonntag bei Genf versteigert wurde.
Interessenten begutachten einen Koenigsegg One, einer von 25 Luxuswagen des ältesten Sohnes des Präsidenten von Äquitorialguinea, der am Sonntag bei Genf versteigert wurde.
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
25 Luxusautos des Präsidentensohnes von Äquatorialguinea sind am Sonntag in Chéserex VD unter den Hammer gekommen. Sie brachten insgesamt 23,4 Millionen Franken ein. Die Wagen waren von der Genfer Justiz im Rahmen eines Verfahrens um Geldwäscherei eingezogen worden.

Die Versteigerung war insofern aussergewöhnlich, als es sich um fabrikneue Fahrzeuge oder solche mit sehr wenigen Kilometern handelte, wie der Direktor der mit der Auktion betrauten englischen Firma der französischen Nachrichtenagentur AFP erklärte.

Zu haben waren unter anderem sieben Ferraris, fünf Bentleys, drei Lamborghinis und je ein Maserati und McLaren. Die beiden kostspieligsten Luxuskarossen waren Hypercars, die 2013 am Genfer Autosalon enthüllt worden waren: ein weisser, auf 5,3 bis 6,3 Millionen Franken geschätzter Lamborghini Veneno Roadster sowie ein auf 2,6 bis 2,9 Millionen Franken geschätzter gelber Hybrid-Ferrari.

Die Genfer Staatsanwaltschaft hatte die Strafuntersuchung wegen Geldwäscherei und ungetreuer Amtsführung, in deren Rahmen der luxuriöse Fahrzeugpark von Präsidentensohn Teodorin Obiang beschlagnahmt wurde, im Februar eingestellt. Die Genfer Justiz und die Behörden Äquatorialguineas waren übereingekommen, die Fahrzeuge zu verkaufen und den Erlös in ein soziales Projekt im afrikanischen Land zu stecken.

Der zentralafrikanische Staat mit 1,2 Millionen grossmehrheitlich armen Einwohnern, wird seit 40 Jahren vom 77-jährigen Präsidenten Teodoro Obiang Nguema regiert. Der älteste Sohn Teodorin, bekannt für seinen Hang zu Luxus und ausschweifendem Lebenswandel, soll ihn laut politischen Beobachtern dereinst beerben.

Er wurde 2017 in Paris zu einer bedingten dreijährigen Freiheitsstrafe und einer Busse von 30 Millionen Euro verurteilt, weil er in Frankreich ein beträchtliches Vermögen in Form von teuren Autos, Markenkleidern, Privatjets und eines Hotels ertrogen haben soll. Der Präsidentensohn hat gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. September 2019 22:40
aktualisiert: 30. September 2019 07:02