30 Verletzte bei Bahnunfall in Andermatt

11. September 2017, 16:55 Uhr
Bei einem Rangierunfall im Bahnhof Andermatt sind am Montag kurz vor Mittag 30 Menschen verletzt worden - niemand aber lebensbedrohlich. Warum es zu diesem Zusammenprall kam, wird derzeit ermittelt.

Zum Verletzungsgrad und dazu, ob es sich bei den Verletzten um Frauen, Männer oder Kinder handle, konnte eine Sprecherin der Urner Kantonspolizei auf Anfrage der sda keine Angaben machen. Unklar war ebenfalls, ob sich Touristen unter den Verletzten befanden. Auch der Sachschaden lasse sich derzeit noch nicht näher beziffern, schreibt die Polizei in einer Medienmitteilung.

Verkehrsbehinderungen wegen Rettungsarbeiten

Während der Rettungsarbeiten war die durch die Schöllenenschlucht führende Strasse zwischen Göschenen und Andermatt bis 14.40 Uhr für den Normalverkehr gesperrt. Der Bahnverkehr verlief laut Jan Bärwalde, Mediensprecher der Matterhorn Gotthard Bahn, nach dem Unfall «relativ fahrplanmässig». Mit Einschränkungen aber musste gerechnet werden.

Die Rega stand mit drei Helikoptern im Einsatz, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. Insgesamt transportierten diese sieben Verletzte in verschiedene Spitäler. Auch die Alpine Air Ambulance flog mit einem Helikopter. Aufgeboten wurden zudem die Feuerwehr Andermatt, der Rettungsdienst sowie die Kantonspolizei Uri.

«Es war ein alltägliches Rangiermanöver»

Der Vorfall ereignete sich kurz vor Mittag. Ein Regionalzug fuhr von Disentis in den Bahnhof Andermatt ein. Derselbe Zug sollte etwas später, um 11.28 Uhr, wieder zurück nach Disentis fahren. Dafür aber hätte die rund 60 t schwere Lokomotive über ein Parallelgleis vom hinteren Ende zum vorderen Ende des Zuges geführt werden sollen. «Ein alltägliches Rangiermanöver», wie Bärwalde von der Matterhorn Gotthard Bahn sagte.

Aus noch ungeklärten Gründen wich die Lokomotive laut Bärwalde dann aber nicht wie vorgesehen auf das Parallelgleis aus, sondern prallte retour gegen die Zugkomposition, von der sie kurz zuvor gelöst worden war. Die Lokomotive war mit 15 bis 20 km/h unterwegs, sagte der Sprecher.

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Die betroffene Zugkomposition umfasste eine Lokomotive sowie fünf Wagen. An Bord waren rund 100 Passagiere.

Die Kantonspolizei Uri nahm die Ermittlungen zur Ereignisursache auf. Zur Klärung des Vorgangs wurde zudem die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST aufgeboten. Die Unfallursache und der genaue Hergang sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen, schreibt die Kantonspolizei Uri.

Für die Angehörigen wurde unter der Nummer 041 874 53 60 eine Hotline eingerichtet.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. September 2017 14:01
aktualisiert: 11. September 2017 16:55