Alle wollen nach Skandinavien

Laurien Gschwend, 26. März 2017, 17:38 Uhr
Eine junge Frau auf einer Skandinavien-Reise. Alleine ist sie in diesem Sommer nicht.
Eine junge Frau auf einer Skandinavien-Reise. Alleine ist sie in diesem Sommer nicht.
© iStock/Natalia Deriabina
Wälder, Fjorde und angesagte Städte: Skandinavien gilt in diesem Jahr als eines der beliebtesten Reiseziele der Schweizer. Dies bestätigt Skandinavien-Expertin Deborah Scheller.

«Wir haben viel mehr Skandinavien-Anfragen als noch vor zwei, drei Jahren», sagt Deborah Scheller, die als Reisebüro-Kauffrau bei travelscandinavia.ch arbeitet. Es sei schwierig, die genaue Zunahme zu beziffern, «aber momentan ist es schwierig, für diese Sommerferien noch freie Angebote zu finden». Auch für Winterferien seien schon viele Anfragen eingegangen, sagt die Reise-Expertin. Viele wollen in den charakteristischen Blockhäusern schlafen. «Wir versuchen jeweils, Alternativen für die Kunden zu finden. Manchmal muss das Datum der Reise jedoch um ein Jahr verschoben werden.»

Skandinavien als sichere Destination

Den Grund für die Beliebtheit Skandinaviens sieht Scheller in der unsicheren politischen Situation im Mittelmeerraum. «Viele fühlen sich dort nicht mehr so sicher.» Aber auch die Art zu reisen habe sich geändert. «Viele wollen aktive Ferien verbringen und dafür nicht zu weit fliegen. Da bietet sich Skandinavien natürlich an.» Der Norden biete viel Abwechslung: «Die Natur mit ihren Wäldern, Küsten und Fjorden sowie auch die Städte bieten viel. Man kann Touren mit Kanus, Motorhomes oder dem Mietwagen unternehmen.»

Pippi-Langstrumpf-Dorf für Familien

Familien seien jeweils begeistert von Südschweden. «Da gibt es ein Pippi-Langstrumpf-Dorf. Und auch die Distanzen sind machbar, man kommt schnell von A nach B.» Jüngere Personen reisen gemäss Deborah Scheller gerne nach Norwegen: «Die Landschaft ist sehr schön, um Wanderungen zu machen.» Allerdings sei Norwegen auch das teuerste Land Skandinaviens.

Heimatgefühle in Norwegen

«Ich bin persönlich ein Norwegen-Fan», sagt die Reise-Expertin. Die Norweger seien ähnlich wie die Schweizer, anfangs etwas zurückhaltend. «Wenn sie dann aber merken, dass man interessiert ist und etwas über das Land erfahren möchte, haben sie Freude daran, von ihrer Heimat zu erzählen.» Oft werde man in Norwegisch angesprochen, weil Schweizerdeutsch beim ersten Hinhören skandinavische Züge habe.

Laurien Gschwend
Quelle: lag/uli
veröffentlicht: 26. März 2017 17:38
aktualisiert: 26. März 2017 17:38