Coronavirus

Altersmediziner fordert nationales Schutzkonzept für Altersheime

10. August 2020, 05:44 Uhr
Nach Ansicht des Altersmediziners Andreas Stuck muss es künftig ein nationales Schutzkonzept für Alters- und Pflegeheime geben, um alte Menschen zu schützen. (Archivbild)
© KEYSTONE/LAURENT GILLIERON
Alte Menschen in Heimen sind von der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. Die Sterblichkeit ist gerade hier besonders hoch. Der Altersmediziner Andreas Stuck fordert deshalb ein nationales Schutzkonzept für Alters- und Pflegeheime.

Die Corona-Pandemie sei noch lange nicht vorbei, sagte Stuck in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Montagausgabe). Es gelte schon jetzt, Lehren aus der Krise zu ziehen. Bisher sei es nämlich nicht optimal gelungen, alte Menschen genügend zu schützen.

Alters- und Pflegeheime benötigten ein besonderes Schutzkonzept. Es gelte sicherzustellen, dass Coronaviren gar nicht erst in Heime eingeschleppt würden und daran erkrankte Bewohner nicht ihre Mitbewohner und das Personal ansteckten.

Das Konzept müsse auf drei Ebenen ansetzen. Erstens müsse geklärt werden, welches Schutzmaterial vorrätig sei und wie das Personal im Umgang damit geschult werde. Zweitens müssten die Besuche geregelt sein. Und es brauche drittens Räumlichkeiten für die Isolierung.

Ein Besuchsverbot über eine längere Zeit sei für Heimbewohner auf alle Fälle undenkbar. «Wir müssen Besuche in Heimen nicht nur ermöglichen, sondern auch fördern», sagte Stuck. Gerade für alte Menschen sei ein Besuchsverbot in Heimen besonders schlimm.

Stuck, der die Schweizerische Fachgesellschaft für Geriatrie präsidiert und als Klinikdirektor am Berner Inselspital tätig ist, setzt sich dafür ein, dass alte Menschen in Heimen trotz Corona weiterhin soziale Kontakte pflegen können und aktiv bleiben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. August 2020 05:00
aktualisiert: 10. August 2020 05:44