Coronakrise

Altkleidersammler bringen ihre Kleider nicht mehr weg

13. Juli 2020, 19:05 Uhr
Zu Ballen gepresste alte Kleider stapeln sich im Sortierbetrieb der Texaid-Kleidersammlung in Schattdorf UR. (Archiv)
© Keystone/CHRISTIAN BEUTLER
Sogar die Altkleidersammlungen sind von der Coronakrise betroffen. Während des Lockdowns wurden viel mehr Textilsammelsäcke abgegeben wie sonst. Die Kleider werden jedoch in Lagern gehortet, da sie im Ausland momentan kaum Abnehmer finden.

Die Zeit während des Corona-Lockdowns haben viele genutzt, um auszumisten. Mehr Altkleider als sonst sind in den Textilsammelsäcken von Texaid gelandet. Die Urner Firma dominiert in der Schweiz den Markt für Altkleider. Während der Krise musste sie zusätzliche Lager anmieten. Doch nicht nur die Lagerung der Altkleider stellte während Corona ein Problem dar, die Kleider können zurzeit nicht an Sortierstellen ins Ausland gebracht werden, da diese wegen Corona geschlossen sind, berichtet der «TagesAnzeiger».

Lager weltweit sind prall gefüllt

«Die Sammelmengen im April waren deutlich höher als üblich», teilt Texaid gegenüber FM1Today mit. Die Lager weltweit sind deshalb prall gefüllt. «Wir gehen davon aus, dass die Lagerbestände derzeit circa dreimal höher liegen als normal.» Grund ist die eingeschränkte Verwertungskapazität. Sortierbetriebe im Ausland, beispielsweise in Osteuropa, mussten während der Coronakrise teilweise vorübergehend geschlossen oder die Arbeit reduziert werden. Hinzu kommt eine Kaufzurückhaltung in den Abnehmerländern. Viele Kleider von Texaid lagern deshalb derzeit in der Schweiz. «Es mussten zusätzliche Lager angemietet werden», so Texaid.

Normalisierung in 18 bis 24 Monaten

Die vollen Lager und die Übermenge an Kleidern haben auch einen Einfluss auf die Preise für Alttextilien. Diese haben sich inzwischen etwa halbiert. Momentan liegen die Einnahmen bei Texaid bei 40 Prozent unter dem Vorjahreswert. Während des Lockdowns bei minus 80 Prozent. «Wir rechnen mit einer Normalisierung der Märkte in erst etwa 18 bis 24 Monaten.» Ein zweiter Lockdown in den Hauptabsatzmärkten Italien, Belgien und Osteuropa könnte daher sehr problematisch sein.

Trotzdem sollen weiterhin Textilien gesammelt werden. «Die Verwertung der derzeit gesammelten Mengen ist sichergestellt», so die Urner Firma.

(gbo)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. Juli 2020 18:59
aktualisiert: 13. Juli 2020 19:05