Anteil der Selbstständigen geht leicht zurück

23. Oktober 2018, 13:10 Uhr
In der Schweiz ist in den vergangenen zwanzig Jahren der Anteil der Selbstständigerwerbenden leicht zurückgegangen. Am meisten Selbstständige gibt es bei den Bauern und in der Fortstwirtschaft. (Archiv)
In der Schweiz ist in den vergangenen zwanzig Jahren der Anteil der Selbstständigerwerbenden leicht zurückgegangen. Am meisten Selbstständige gibt es bei den Bauern und in der Fortstwirtschaft. (Archiv)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
In der Schweiz ist in den vergangenen zwanzig Jahren der Anteil der Selbstständigerwerbenden leicht zurückgegangen. Ob der Bauer, der sein Land bewirtschaftet, Studenten, die Nachhilfestunden geben, oder Handwerker im eigenen Betrieb, die Palette ist breit.

Zumeist sind es berufserfahrene Menschen, die selbstständig arbeiten. Knapp 13 von 100 Arbeitnehmenden übten 2017 in der Schweiz eine selbstständige Erwerbstätigkeit aus.

Insgesamt waren von den 4,64 Millionen Erwerbstätigen rund 594'000 selbstständig, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Im Jahr 2016 hatte der Anteil bei nicht ganz 15 Prozent gelegen.

Drei von fünf Selbstständigerwerbenden arbeiten auf eigene Rechnung. Zwei von fünf sind somit im eigenen Betrieb, sei es eine AG oder eine GmbH, angestellt. Mit Abstand am grössten ist mit 46 Prozent der Anteil in der Land- und Forstwirtschaft. Unter anderen auch die Bereiche «Immobilien», «Gastgewerbe» oder «Information und Kommunikation» liegen über dem Durchschnitt.

Selbstständigerwerbende sind in der Regel älter als Angestellte. Im Durchschnitt betrage der Altersunterschied zehn Jahre, wie die Analyse der Daten aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) zeigt.

Dafür gebe es mehrere Gründe: Für die Selbständigkeit brauche es eine gewisse Berufserfahrung und das nötige Eigenkapital sowie auch den Willen, über das Pensionsalter hinaus beruflich aktiv zu bleiben, schrieb das BFS.

Deutliche Unterschiede gibt es im Vergleich der Geschlechter: Unter den Selbstständigerwerbenden gebe es klar mehr Männer als Frauen. Im Jahr 2017 waren 15 Prozent der erwerbstätigen Männer selbständig - bei den Frauen waren es nur 10 Prozent.

Der Anteil der selbstständigen Schweizer sei doppelt so hoch wie bei ausländischen Erwerbstätigen. Für Ausländer gibt es laut BFS seltener die Möglichkeit, einen Familienbetrieb zu übernehmen. Allerdings sei seit 2002 mit Inkrafttreten des Freizügigkeitsabkommens der Abstand zwischen schweizerischen und ausländischen Selbstständigerwerbenden etwas zurückgegangen.

Selbstständige arbeiten mehr Stunden als ein Vollzeit-Angestellter. Pro Woche sind es gemäss BFS rund acht Stunden mehr. Zudem werde in der Selbstständigkeit zusätzlich zu den Werktagen öfter am Wochenende gearbeitet und man gönne sich weniger Ferientage. Selbstständigerwerbende beanspruchen mit durchschnittlich 21,9 Ferientagen beinahe vier Tage weniger bezahlte Ferien.

Zu kurz kommt bei vielen Selbstständigen die Altersvorsorge. Fast jede vierte Person sei weder bei einer Pensionskasse versichert noch bezahle sie regelmässig in die gebundene 3. Säule ein. Der Verzicht auf eine 3. Säule sei bei etwa der Hälfte auf finanzielle Gründe zurückzuführen, hiess es in der Studie.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 23. Oktober 2018 12:55
aktualisiert: 23. Oktober 2018 13:10