Neue Studie

Babys reagieren auf unangenehme Gerüche mit starkem Weinen

15. Juli 2020, 14:15 Uhr
20 Prozent der Babys weinen übermässig viel.
© Pixabay
Nimmt ein Neugeborenes kurz nach der Geburt unangenehme Gerüche wahr, lässt es sich ab seiner sechsten Lebenswoche schlechter trösten. Das zeigt eine neue Studie der Genfer Universitätskliniken.

(sku) Wer ein Baby hat, kennt es: Die Schreie der Kleinen sind herzzerreissend. Wie die Genfer Universitätskliniken (HUG) am Mittwoch schreiben, betrifft übermässiges Weinen durchschnittlich 20 Prozent der Neugeborenen. Die lang anhaltenden Schreie seien extrem stressig für die Eltern. Auch wenn das Phänomen dieser sogenannten Säuglingskolik relativ häufig auftrete, sei die Ursache dafür bislang noch relativ unbekannt. Eine neue Studie der HUG und der Universität Genf (UNIGE) belegt nun, dass das Weinen der Babys mit der Reaktion auf Gerüche zusammenhängt.

Diese Empfindlichkeit gegenüber sensorischen Reizen erkläre bis zu 48 Prozent des Weinens von Neugeborenen. Demnach würden Babys, die kurz nach der Geburt stark unangenehmen Gerüchen ausgesetzt sind, ab ihrer sechsten Lebenswoche häufiger weinen. Das läge daran, dass durch den olfaktorischen Reiz zwei Bereiche im Gehirn aktiviert werden: Die Area piriformis und die Insula. Diese beiden Regionen seien auch am Schmerzempfinden beteiligt. Das zentrale Nervensystem reagiert gemäss der Studie daher empfindlicher auf sensorische Reize, wodurch die Babys auch empfindlicher auf Schmerzen reagieren. Deshalb könnten sie schlechter beruhigt werden, wenn sei anfangen zu weinen.

Wie die HUG schreiben, könnten diese Ergebnisse Angehörige der Gesundheitsberufe sowie Eltern dabei helfen, ein besseres Verständnis für das Weinen ihres Babys zu erhalten.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 15. Juli 2020 14:02
aktualisiert: 15. Juli 2020 14:15