UBS und CS

Banken-Fusion stösst in den Verwaltungsräten auf Skepsis

15. September 2020, 09:26 Uhr
Die Filialen der Credit Suisse und der UBS in Zürich.
© CH Media
Aus zwei Grossbanken könnte eine Megabank werden. Der angedachte Zusammenschluss von UBS und CS soll diese Woche noch im UBS-Verwaltungsrat behandelt werden.

Die ersten Signale für Operation «Signal» sind nicht sonderlich positiv. Wie das Branchenportal «Inside Paradeplatz» schreibt, soll es in beiden Verwaltungsräten «heftigen Widerstand» gegen die Fusionspläne der Grossbanken CS und UBS geben. Als prominenten Kritiker nennt Inside Paradeplatz Severin Schwan, VR-Vize der CS und Roche-Chef. Im UBS-Verwaltungsrat soll «Signal» bereits diese Woche behandelt werden.

Treibende Kraft hinter der angedachten Fusion soll UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber sein. Er verfolge dabei einen ehrgeizigen Fahrplan: Bereits Anfang 2021 soll die Fusion vereinbart werden und schon Ende des gleichen Jahres vollzogen sein. Weber habe auch schon das Gespräch mit den Behörden gesucht, schreibt Inside Paradeplatz weiter. Dabei habe Weber auch mit dem Wegzug des Hauptsitz der UBS nach Frankfurt gedroht. Am Gespräch sollen unter anderem Bundesrat Ueli Maurer und Mark Branson, Chef der Finanzmarktaufsicht Finma, anwesend gewesen sein.

Bei einer Fusion würde eine Bank entstehen, die eine Bilanzsumme von 1,7 Billionen Franken auf die Waage brächte und über 116'000 Mitarbeiter zählen würde. Angesprochen auf die kolportierten Fusionspläne haben beide Kommunikationsabteilungen der Banken am Montag betont, dass sie zu Gerüchten keine Stellung nehmen. Das ist zwar keine Bestätigung, aber auch kein klares Dementi. Von den Finanzmärkten gab es übrigens ermunternde Signal für «Signal»: Nach Bekanntwerden der Pläne stiegen die Börsenkurse sowohl bei UBS wie auch bei CS.

(mg)

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 15. September 2020 09:21
aktualisiert: 15. September 2020 09:26