Adé Einzahlungsschein

«Bereits Anteil von über 90 Prozent» – Umstellung auf QR-Rechnung ist auf Kurs

29. September 2022, 09:45 Uhr
Die orangen und roten Einzahlungsscheine sind ab dem 1. Oktober endgültig Geschichte. In der Schweiz wird künftig ausschliesslich mit QR-Code-Rechnungen bezahlt. Doch sind Banken, Rechnungssteller und Kunden genügend darauf vorbereitet?
Die definitive Umstellung auf die QR-Rechnung steht kurz bevor.
© Dario Brazerol/FM1Today
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QR-Rechnungen sind in der Schweiz ab dem 1. Oktober Standard. Der Übergang von den Einzahlungsscheinen zur neuen Rechnungsform erfolgt aber nicht von einem Tag auf den anderen. Viele Rechnungssteller haben ihre Kunden in den letzten Monaten darauf aufmerksam gemacht und beispielsweise für Daueraufträge neue Rechnungen ausgestellt.

90 Prozent der Rechnungen sind bereits per QR-Code

Diese Umstellung verläuft bisher zufriedenstellend, wie es von der SIX Group heisst, welche für die Infrastruktur auf dem Finanzplatz Schweiz zuständig ist: «Aktuell liegt der Anteil von QR-Rechnungen an allen verarbeiteten Rechnungen bei über 90 Prozent – Tendenz steigend. Mit dem aktuellen Fortschritt der Umstellung sind wir zufrieden und zuversichtlich, dass die Zahl bis Ende Woche noch steigen wird.»

Für all jene Rechnungssteller, welche ihre Rechnungen noch nicht angepasst haben, könnte es ab dem 1. Oktober aber Probleme geben. «Ihnen drohen Liquiditätsengpässe, da die alten Einzahlungsscheine ab diesem Tag nicht mehr verarbeitet werden können», heisst es von SIX. Das heisst: Kundinnen und Kunden können ausstehende Rechnungen nicht mehr bezahlen. Hier liegen also die Unternehmen in der Verantwortung, die neuen Rechnungen termingerecht auszustellen.

Doch auch Konsumentinnen und Konsumenten müssen einen wichtigen Punkt beachten: «Sie müssen bis spätestens 30. September alle ihre laufenden Daueraufträge auf die QR-Rechnung umstellen. Sonst können die Daueraufträge nicht mehr verarbeitet werden», so SIX.

Raiffeisen wertet Daueraufträge aus und informiert proaktiv

Damit so etwas nicht passiert, will beispielsweise die Raiffeisen Bank mit Hauptsitz in St.Gallen ihre Kundinnen und Kunden proaktiv informieren. «Raiffeisen wertet gezielt aus, welche Daueraufträge ihrer Kundinnen und Kunden angepasst werden müssen. Diese werden via E-Banking oder direkt informiert und entsprechend instruiert», schreibt die Bank auf Anfrage. So werden Kundinnen und Kunden von der Bank eine Übersicht erhalten, welche Daueraufträge noch nicht angepasst und somit ab dem 1. Oktober gelöscht werden. Zusätzlich stellt die Bank auf ihrer Webseite weitere Informationen zur Umstellung zur Verfügung.

Auch wenn rund 10 Prozent der Rechnungen schweizweit noch nicht angepasst sind, blickt die Raiffeisen dem Umstellungstermin zuversichtlich entgegen und geht von keinen grösseren Schwierigkeiten aus. «Raiffeisen unterstützt sowohl Rechnungssteller als auch Rechnungsempfänger bei Fragen, welche im Zusammenhang mit der Umstellung auftauchen», schreibt die Bank auf Anfrage.

SGKB: «Alle Parteien tragen etwas dazu bei»

Die St.Galler Kantonalbank ist ebenfall guter Dinge, dass die Umstellung gut klappen wird. «Die meisten unserer Kundinnen und Kunden haben die Umstellung bereits gemacht. Nichtsdestotrotz erwarten wir auch nach der Umstellung noch einzelne Rückfragen», schreibt die Bank. Die SGKB hat ihre Kundschaft schon vor der Umstellungsphase aktiv informiert. Auch deshalb geht die Bank von einem mehr oder weniger reibungslosen Ablaus aus: «Wir hatten dank der langen Vorlaufzeit genügend Zeit, uns sorgfältig auf die Umstellung vorzubereiten.»

Seit der Einführung der QR-Rechnung bietet die SGKB ihren Rechnungsstellern an, die Rechnungen fachlich zu überprüfen. «Ausserdem können sich unsere Kundinnen und Kunden bei Fragen oder Unklarheiten jederzeit bei uns melden», schreibt die SGKB. Damit die Umstellung reibungslos klappt, sei aber ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren wichtig: «Alle Parteien tragen etwas dazu bei: die Finanzdienstleister, die Software-Anbieter und die Rechnungssteller.» 

Kein Rechnungs-Chaos am 1. Oktober

Weil schon über 90 Prozent der Rechnungen umgestellt wurden, geht die SIX Group auch nicht von einem Rechnungs-Chaos am 1. Oktober aus. Der Finanzplatz Schweiz habe «umfangreich und kontinuierlich» über die Umstellung informiert. Ausserdem seien Banken und die Post vorbereiten und würden weiterhin auf die Umstellung hinweisen.

Ob tatsächlich alles so reibungslos ablaufen wird, wie von Banken und SIX prognostiziert, wird sich spätestens am 1. Oktober zeigen. Weitere Infos zur Umstellung vom Einzahlungsschein auf die QR-Rechnung findest du hier.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. September 2022 09:45
aktualisiert: 29. September 2022 09:45