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Coronavirus

Berner Kinderarzt hält Corona-Risiko beim Schulstart für gering

13. August 2021, 06:38 Uhr
Schülerinnen und Schüler sind nach dem Ende der Sommerferien in vielen Kantonen keinen erhöhten Risiken wegen des Coronavirus ausgesetzt. Es gebe keinen Grund zu besonderer Sorge, sagte der Berner Kinderarzt und Infektiologe Christoph Aebi.
Noch sind in der Schweiz erst wenige Kinder gegen das Coronavirus geimpft. (Archivbild)
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Bei Kindern und Jugendlichen hätten die Hospitalisationen und schweren Fälle bisher nicht zugenommen, sagte Aebi in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Das hänge vermutlich auch mit den Sommerferien zusammen. Es lasse sich daher erst in den kommenden Wochen abschätzen, in welche Richtung es gehe.

Auf die Frage, ob es Schutzkonzepte brauche, sagte Aebi, dass es aus kinderärztlicher Sicht das oberste Ziel sei, die Schulen offen zu lassen. Es habe sich gezeigt, dass geschlossene Schulen bei den Kindern zu massiven sekundären Schädigungen führten. Er plädiere dafür, auf Primar- und Sekundarstufe auf Schutzmasken zu verzichten.

Bei Massentests im Zwiespalt

Als ambivalent bezeichnete der Infektiologe sein Verhältnis zu Massentests. Sie könnten zwar zur Beruhigung der Bevölkerung und der Behörden beitragen. Ihr Effekt, Ausbrüche an den Schulen zu verhindern, dürfte jedoch gering gewesen sein. Ob dies auch für die Delta-Variante des Virus gelte, bleibe abzuwarten.

Häufiges Lüften der Schulräume sei dagegen eine gute Idee. Das lasse sich fix anordnen. Skeptischer sei er, wenn es darum gehe, das CO2 zu messen und Luftfilter einzubauen. Beim Corona-Erreger dürften kurzfristige Kontakte eine grössere Rolle spielen als die längerfristige Verringerung der Partikelzahl im Unterrichtszimmer.

Nur wenige Kinder sind geimpft

Seit Ende Juni könnten zwar auch 12- bis 15-jährige Kinder geimpft werden. Das Angebot werde jedoch bisher wenig genutzt. Die Impfquote dürfte weit unter 10 Prozent liegen. Ein Grund dürfte sei, dass die Infektion bei den allermeisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufe. Die Infektionszahlen seien zuletzt massiv zurückgegangen.

Sorge bereite ihm, dass die Corona-Impfungen weniger gut als frühere Varianten gegen das Virus schützten, auch wenn der Schutz gegen schwere Verläufe noch immer gut sei. Und es scheine auch, dass Geimpfte das Virus auf andere übertragen könnten. In diesem Sinne sei die Delta-Variante ein neues Virus.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. August 2021 05:41
aktualisiert: 13. August 2021 06:38