Spitälern droht der Kollaps

Berset macht Druck: «Wir müssen alle mitmachen!»

14. Dezember 2020, 14:12 Uhr
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Quelle: CH Media Video Unit

Bundesrat Alain Berset und GDK-Präsident Lukas Engelberger haben sich am Montagmorgen zu einem Krisengipfel getroffen. An der anschliessenden Medienkonferenz war der Tenor klar: Es muss dringend gehandelt werden, um die Hospitalisierungen zu senken.

Die Fallzahlen wollen einfach nicht sinken. Berset nennt die Regionen Zürich, die Ost- und die Zentralschweiz, in denen die Zahlen gegenüber der Vorwoche deutlich gestiegen sind.

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Nicht nur die Betten-Anzahl gerät ans Limit. Ein weiteres Problem sei das zunehmend erschöpfte Personal, das keine Luft nach oben mehr hat, so der GDK-Präsident Lukas Engelberger. Er greift zu deutlichen Worten: «Wir dürfen es uns nicht leisten, das Gesundheitssystem zu strapazieren, sonst kommt es im Januar zum Kollaps.»

Drohen weitere Massnahmen noch vor Weihnachten?

Berset macht keine Versprechungen, dass man den Effekt der jüngsten Massnahmen erst zwei Wochen lang abwartet, bevor neue getroffen werden. Im Pandemie-Fall müsse man stets flexibel bleiben. Einen Lockdown wolle man aber mit allen Mitteln verhindern. Geplant seien eher Massnahmen, wie sie in der jüngsten Vergangenheit in der Romandie umgesetzt wurden.

Müssen Skigebiete zittern?

Berset zählt das Skifahren nicht zu den kritischen Aktivitäten, da es hauptsächlich draussen stattfindet. Die Schutzkonzepte wurden für gut befunden, Läden und Restaurants sind ab 19 Uhr zu. «Abgesehen von den Kriterien, die der Bundesrat in der Verordnung definiert hat», führt Berset aus, «obliegt es den Kantonen, die Skigebiete offenzulassen oder zu schliessen.»

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Werden Massentests bald flächendeckend eingesetzt?

Patrick Mathys befindet die Resultate aus Südbünden als interessant und vielversprechend. Berset will untersuchen, wie machbar solche Massentests seien. Man wolle den Einsatz von Schnelltests aber definitiv ausweiten – beispielsweise auf Personen, die ein Altersheim besuchen wollen.

Wie geht es mit der Impfung voran?

Die Kantone müssten sich nun auf die Impfung vorbereiten, sodass man anfangs 2021 bereit sei. «15 Millionen Impfdosen sind reserviert für die Schweiz. Die Impfung erfolgt über zwei Dosen. Das heisst, dass etwas mehr als 7 Millionen Schweizer geimpft werden können», erklärt Alain Berset. Wie lange es dauere, bis der Impfstoff zugelassen werde, sei noch unklar.

Ziel: R-Wert unter 0,8

«Wir müssen die Reproduktionszahl weit unter 1 bringen», sagte Alain Berset an der Medienkonferenz. Der R-Wert müsse auf 0,8 oder tiefer sinken. Am Ende der Woche werde der Bundesrat weitere Regeln für das Weihnachtsfest bekanntgeben.

Hier gibt es die Medienkonferenz zum Nachlesen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 14. Dezember 2020 14:01
aktualisiert: 14. Dezember 2020 14:12