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Coronavirus

Berset: «Schweiz braucht strengere Massnahmen»

11. Januar 2021, 18:36 Uhr
Gesundheitsminister Alain Berset (links) in Visp (VS) nach einem Besuch der Moderna-Impfstoff-Anlage der Firma Lonza. Rechts: Moderna-Manager Dan Staner, Direktor für die Region Europa, Naher Osten und Afrika.
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Gesundheitsminister Alain Berset hat sich besorgt über die Coronavirus-Situation in Grossbritannien gezeigt und für strengere Massnahmen in der Schweiz plädiert. Die Lage in Grossbritannien sei angesichts der mutierten, ansteckenderen Virusvariante «brutal», sagte er.

Die Variante breite sich auch in der Schweiz aus, sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien in Visp (VS) nach einem Besuch der Moderna-Impfstoff-Anlage der Firma Lonza. Weil die Mutationen aus Grossbritannien und Südafrika viel ansteckender seien, dürfte es auch mit den bestehenden Massnahmen zu mehr Ansteckungen kommen. Es brauche deshalb strengere Massnahmen auch in der Schweiz.

Die derzeitigen Infektionszahlen in der Schweiz seien «trügerisch», sagte Berset. Nach den Festtagen sei ein befürchteter starker Anstieg ausgeblieben. «Das ist eine gute Sache. Wir müssen aber sehr genau beobachten, was es bedeutet», sagte der Bundesrat. «Die Zahlen sind weiterhin viel zu hoch.»

Geduld gefragt

Die Ankunft der Impfstoffe in der Schweiz sei eine gute Nachricht, sagte Berset. Aber bis alle Menschen, die das wollten, geimpft seien, dauere es seine Zeit. «Es braucht Geduld», sagte Berset.

Es stehe noch ein schwieriger Winter bevor, auch wenn die Schweiz mit der Impfung gut positioniert sei. Der Gesundheitsminister liess auf entsprechende Fragen von Journalisten durchblicken, dass es sehr rasch gehen dürfte, bis die Schweizer Zulassungsstelle Swissmedic den Moderna-Impfstoff zulassen wird. Demzufolge dürfte sich eher um Tage als um Wochen handeln.

Stärkeres Engagement des Bundes gefordert

Berset hatte am Nachmittag die Produktionsanlage für den Moderna-Impfstoff am Lonza-Standort in Visp besucht. Im Anschluss traf er sich mit einer Delegation des Walliser Staatsrates. Bei den Gesprächen mit Staatsratspräsident Christophe Darbellay (CVP) und Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten (SP) betonte der Staatsrat laut einer Mitteilung die Notwendigkeit eines stärkeren Engagements des Bundes für die Entschädigung der betroffenen Wirtschaftsakteure, zusätzlich zu den bereits gewährten kantonalen Unterstützungen für die von Schliessungen betroffenen Betrieben.

Der Bundesrat will am kommenden Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie entscheiden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 11. Januar 2021 18:25
aktualisiert: 11. Januar 2021 18:36