Inland/Schweiz

Biel will seine hohe Frauenquote in der Stadtverwaltung weiter ausbauen

24. Januar 2020, 12:52 Uhr
Hat bereits viele Kaderfrauen, will aber noch mehr: Die Stadt Biel beschliesst neue Massnahmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern.
© Christoph Schmutz
Bereits sind 40,6 Prozent des Kaders weiblich. Doch das ist Biel nicht genug. Auch wenn die Stadt damit schweizweit eine Vorreiterin ist. Nun will sie von Erfahrungen mit Welschen Mitarbeitern profitieren.

(sat) In Biel sind 39 von 96 Kaderstellen in der Stadtverwaltung mit Frauen besetzt. Das entspricht einem Frauenanteil von 40,6 Prozent, reicht der Stadtregierung jedoch nicht. Um die Gleichstellung «bis 2024 zu erreichen», hat der Gemeinderat darum am Freitag drei Massnahmen präsentiert. Erstens soll künftig vor jeder Ausschreibung geprüft werden, wie es in der betroffenen Abteilung um die Vielfalt steht. Als zweisprachige Stadt habe Biel mit diesem Vorgehen nämlich bereits gute Erfahrungen gemacht, teilt die Stadtregierung mit. Allerdings ging es dabei darum, welsche Führungskräfte in der Verwaltung zu fördern.

Zweite Massnahme in den nächsten vier Jahren: Die Arbeitsorganisation der Stadtverwaltung soll – namentlich auf Jobsharings hin – überprüft werden. Biels Stadtregierung schreibt dazu, sie sei überzeugt, die mangelnde Vereinbarkeit wirke sich «hemmend» aus auf eine ausgeglichene Besetzung von Kaderpositionen. Drittens will die Stadt ihre eigenen Talente stärker an sich binden. Denn bei einer detaillierten Analyse habe sich gezeigt, dass Frauen beim Kader unter 45 Jahren sowie unter Lernenden gar die Mehrheit stellen würden. Speziell ausgebildete Personen, «die fähig und willig sind, Verantwortung zu übernehmen», sollten darum langfristige Entwicklungsmöglichkeiten geboten werden.

Die Stadt Biel ist mit ihrem Kampf um Gleichstellung in der Verwaltung allerdings nicht allein. Bern, Winterthur oder Zürich etwa streben seit Jahren eine Geschlechterquote von 35 Prozent an bei Führungspositionen in der Stadtverwaltung. Letztere gar für Männer und Frauen. In St. Gallen wiederum beschloss das Stadtparlament erst letzten Herbst eine – allerdings unverbindliche – Frauenquote von 50 Prozent. Dagegen haben SVP-Vertreter erbitterten Widerstand bei der Umsetzung angekündigt.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 24. Januar 2020 12:52
aktualisiert: 24. Januar 2020 12:52