«Annalena» statt «Erika»

Biobauern suchen neue, resistente Kartoffelarten

8. Juli 2020, 14:30 Uhr
Zur Sicherung der Ernten sind neue, resistente Kartoffelsorten gefragt.
© Hanspeter Bärtschi
Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) sucht neue Kartoffelarten, die weniger anfällig für Krankheiten und damit besser geeignet sind für den biologischen Anbau.

Womöglich werden «Erika »und «Charlotte» bald durch «Annalena» oder «Darling» ersetzt. Die beiden klassischen festkochenden Kartoffelsorten sind nämlich sehr anfällig für die «gefürchtete Pilzkrankheit» Kraut- und Knollenfäule, wie das FiBL am Mittwoch mitteilte. Das Forschungsinstitut testet deshalb gemeinsam mit Bio Suisse und Coop verschiedene vielversprechende europäische Neuzüchtungen. Zunächst in Kleinparzellenversuchen der Forschungsanstalt Agroscope, später im zweijährigen Praxistest auf verschiedenen Biobetrieben.

Die neuen, resistenten Kartoffelsorten sollen weiterhin die hohe Nachfrage decken können und für die Biobauern das Anbaurisiko senken. Da diese keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten einsetzen können, kann ein Befall mit Kraut- und Knollenfäule ein kompletter Ernte-Ausfall bedeuten.

Um in die Ladenregale zu kommen, muss eine neue Kartoffel aber noch weitere Ansprüche als nur die Krankheitsresistenz erfüllen: «Schmackhaft soll sie sein, einfach im Anbau und für eine ganzjährige Versorgung lange lagerfähig», schreibt das FiBL. Die Sorte «Vitabella» hat sich in den Tests bereits bewährt und es in den Verkauf geschafft. Aktuell werden gemäss FiBL noch die Sorten «Annalena», «La Vie», «Darling» und «Montana» getestet.

(agl)   

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 8. Juli 2020 14:26
aktualisiert: 8. Juli 2020 14:30