Wegen Trockenheit

Bund senkt die Öl-Pflichtlagermenge – die wichtigsten Fragen und Antworten

22. Juli 2022, 15:52 Uhr
Die Pflichtlager der Schweiz sollen die Versorgung von Autobenzin, Diesel, Heizöl und Kerosin im Notfall für einige Monate sichern. Nun senkt der Bund die vorgeschriebene Minimalmenge der Produkte in den Lagern. Wir erklären, was das bedeutet und warum das geschieht.

Was sind eigentlich Mineralöl-Pflichtlager?

In sogenannten Pflichtlagern sind Vorräte lebensnotwendiger Güter gelagert – beispielsweise Lebensmittel, Medikamente oder eben auch Ölprodukte. In den Pflichtlagern für Mineralöl befinden sich Autobenzine, Diesel, Heizöle sowie Kerosin für Flugzeuge. Das schreibt Carbura auf ihrer Website, die Pflichtlagerorganisation der schweizerischen Mineralölwirtschaft.

Was bedeutet die Senkung der Pflichtlagermenge?

Der Bund hat nun die Menge, der in den Pflichtlagern aufbewahrten Mineralöl-Produkte gesenkt. Ab kommenden Montag bis Anfang September können die Lager ihren Minimalbestand um 245'000 Kubikmeter unterschreiten. Das entspricht 6,5 Prozent des vom Bund vorgeschriebenem Bestand. Normalerweise decken die Pflichtlager den Schweizer Bedarf für viereinhalb Monate bei Autobenzin, Diesel und Heizöl. Beim Kerosin soll der Bedarf für drei Monate gesichert sein.

Warum ist dieser Schritt nötig?

Momentan ist der Transport von Mineralölprodukten nur eingeschränkt möglich. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) nennt dafür zwei Gründe: Einerseits mussten die Rheinschiffe ihre Lademenge reduzieren. Wegen der anhaltenden Trockenheit drohen sie sonst, aufgrund zu laufen. Der Rhein verzeichnet derzeit rekordtiefe Pegelstände. Andererseits hat der Bahnverkehr an den Schweizer Grenzen mit Personalengpässen und Bauarbeiten zu kämpfen. Dies führt zu Zugausfällen und Verspätungen.

Wie aussergewöhnlich ist dieser Entscheid?

Dasselbe Szenario gab es bereits während des ebenfalls sehr trockenen Sommers 2018. Auch damals war der Transport auf dem Rhein nur eingeschränkt möglich. Die Schweiz versorgt sich vom Ausland her primär über den Rhein und über die Bahn mit Mineralölprodukten. Hinzu kommt im Inland die Raffinerie in Cressier im Kanton Neuchâtel.

(log/sda)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 22. Juli 2022 15:22
aktualisiert: 22. Juli 2022 15:52
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