Schweiz

Bundesrat Berset: Eine Rückkehr zur Normalität am 20. April ist «illusorisch»

31. März 2020, 17:34 Uhr
Bundesrat Alain Berset besuchte am Dienstag das mobile Testcenter in Luzern.
© Keystone
Die Schweizer Bevölkerung müsse nun Ausdauer beweisen, sagte Bundesrat Alain Berset. Es sei zu früh um eine Prognose nach Ostern zu wagen. Sicher ist: Es wird ein anderer April, als wir es uns gewohnt sind.

Am Dienstag weilten Bundesrat Berset und Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), zu Besuch in Luzern. Sie haben sich mit dem kantonalen Führungsstab und der Regierung ausgetauscht. Zudem besichtigten Berset und Koch das Drive-In-Testcenter für Coronavirus auf der Luzerner Allmend.

An der Pressekonferenz vom Nachmittag unterstrich der Gesundheitsminister, dass er sich ein persönliches Bild vom Testcenter machen wollte. «Ich bin tief beeindruckt von unserer Innovationskraft und der Vielfalt der Lösungen. Das ist eine grosse Eigenschaft der Schweiz», sagte Berset in Hinblick auf das Testcenter.

Gleichzeitig erinnerte der Bundesrat daran, dass wir wohl einige Zeit mit der «ausserordentlichen Lage» auskommen müssten: «Es wird noch dauern. Es ist wichtig, dass wir uns darauf einstellen.» Nun sei es wichtig, dass die Bevölkerung Ausdauer zeige. Wann die Schutzmassnahmen gelockert werden, sei ungewiss. Eines sei aber sicher, sagte Berset: «Eine Rückkehr zur Normalität am 20. April ist illusorisch.»

Ein anderer April

Der Gesundheitsminister hatte Verständnis dafür, dass die Massnahmen einschneidend sind für die Bevölkerung. «Es ist schönes Wetter und man will nach draussen gehen. Aber es wird ein anderer April als sonst.» Auch wenn es so aussehe, dass das Virus momentan unter Kontrolle ist, sei es weiterhin wichtig, die Massnahmen aufrecht zu erhalten.

Daniel Koch vom BAG zeigte ebenfalls Verständnis für die Frage, wie lange die Schutzmassnahmen gelten würden. Es sei jedoch schwierig, eine Voraussage zu machen. Trotzdem wagte er eine vorsichtige Prognose: «Wir gehen davon aus, dass die Welle im Frühhochsommer vorbei ist.»

Auf eine mögliche Schutzmaskenpflicht angesprochen, wiederholte der Gesundheitsbeamte die aktuelle Position des BAG: es sei nicht erwiesen, dass Masken gesunde Menschen schützen würden. Eine Maskenfplicht werde man in Betracht ziehen, sobald genügend Masken für die Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Bundesrat Berset betonte allerdings, dass sowohl die Regierung als auch die Bevölkerung flexibel sein müsse. Was heute gelte, könne sich bereits morgen oder übermorgen ändern.

Quelle: CH Media
veröffentlicht: 31. März 2020 17:29
aktualisiert: 31. März 2020 17:34